Bővebb ismertető
Würde man heute eine Meinungsumfrage über die brennendsten Probleme unserer Zeit durchführen - ich bin nicht sicher, ob das Flüchtlingsproblem sich darunter befinden würde. Denn obwohl die Tragödien der boat-people, der Exodus von Millionen von Afghanen aus der Hindukusch-Republik oder das Elend der Palästinenser-Lager im Libanon und im Gaza-Streifen die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit auch auf dieses Problem gelenkt haben, steht es doch auch heute noch im Schatten anderer großer Weltprobleme: des Hungers, des Wettrüstens, der Armut und der diversen ökologischen Gefährdungen - der Zerstörung der Atmosphäre, der Vergiftung der Meere, der Vernichtung der Regenwälder.Das Flüchtlingsproblem aus diesem Schatten herauszuholen, ist das Anliegen des vorliegenden Buches. An aktuellen Anlässen für ein solches Unternehmen mangelt es nicht. So hat sich in den vergangenen Jahrzehnten die Zahl der Flüchtlinge nicht nur weltweit dramatisch erhöht - auch die Zahl der Menschen, die an den Grenzen Westeuropas um Aufnahme und Asyl bitten, ist weiter im Steigen. Damit ist das Flüchtlingsproblem auch unser aller Problem geworden. Das Problematische daran ist allerdings nicht, daß die europäischen Staaten die finanziellen Belastungen, die sich daraus für sie ergeben, nicht mehr tragen können - in Hinblick auf ihren Wohlstand und im Vergleich zu vielen Flüchtlingsaufnahmeländern in der Dritten Welt ist die Grenze ihrer Belastbarkeit noch längst nicht erreicht. Das Problem besteht vielmehr darin, daß - obwohl jene Grenzen noch nicht erreicht sind - in fast allen Staaten Europas, aber auch in anderen Ländern der Welt, Fremdenfeindlichkeit virulent geworden ist. Politischer Widerstand formiert sich, Asylgesetze werden zunehmend restriktiver gestaltet, ihre Ausführungsbestimmungen rigoroser gehandhabt. Für solche Maßnahmen mag es plausible