Bővebb ismertető
Vor nicht langer Zeit lebten in einem großen, hundertjährigen Haus ein Mädchen und eine Frau.
Das Haus stand dem Stadtpark gegenüber in einer Reihe sandfarbener Häuser. Sie waren gleich hoch, und ihre vielen Erker und Balkoné machten sie einander ähnlich.
Nur dieses eine unterschied sich von allen; es war vom Keller bis zum Dach mit wildem Wein bewachsen und sah zu jeder Jahreszeit anders aus.
Im Herbst, wenn das Rot der Weinblätter in der Sonne leuchtete, schien das Haus zu brennen. Später stand es kahl in einem Netz grauer Ranken. Sobald es schneite, sammelte sich auf diesem Geäst der Schnee, und die weiße Wand strahlte weithin. Im späten Frühling trieben neue Weinblätter. Goldbraun sprießten sie aus der Knospenhaut, und einige Tage schien die Hauswand mit Bernsteinen besetzt zu sein. Im Sommer endlich hatte sich wieder Blatt über Blatt entfaltet vom Keller bis zum Dach. Wie mit grünen Schuppen bewachsen stand dann das Haus zwischen den immer noch sandfarbenen Nachbarhäusern.
Ein Verwandlungshaus.
So schien es Jule, die darin wohnte.
Die Geheimnisse des Hauses kannte sie noch nicht am Anfang jenes Sommers, von dem ich erzählen will.
Nur Tante Maleika waren sie bekannt.
Am Anfang jenes Sommers aber wußte Jule wenig von Tante Maleika.
Dieser Sommer begann spät.
Bis Ende Juni war es kühl und feucht; aber plötzlich, kurz nach Jules Geburtstag, brannte die Sonne auf die Stadt und leckte in wenigen Stunden alle Steine und Gräser und Baumrinden trocken.
Am letzten Schultag lief Jule zum ersten Mal barfuß. Kerstin, in Sandalen, klatschte Freudenhüpfer aufs Pflaster: Bald, sehr bald würde sie an ein fernes Meer reisen - mit einem Flugzeug! Jules Freund Lutz dagegen wollte auf Berge klettern.