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Herr, lehre uns beten!
Der Herr Jesus hat uns vor allém durch sein eige-nes Beten beten gelehrt: » und er verbrachte die ganze Nacht im Gebet« (Lk 6,12); ein anderes Mai stieg er, wie Mattháus schreibt, »auf einen Berg, um in der Einsamkeit zu beten. Spát am Abend war er immer noch alléin auf dem Berg« (Mt 14,23).
Vor seinem Leiden und Sterben ging er zum Ölberg und ermahnte die Jünger zu beten, wáhrend er selbst niederkniete und betete.
In seiner Angst betete er noch instándiger (vgl. Lk 22,39.46). Nur ein Mai hat er den Jüngern auf ihre Bitté: »>Herr, lehre uns beten!« (Lk 11,1) den schlich-ten und tiefsten Inhalt seines Gebets kundgetan: das »Vaterunser«.
Da es unmöglich ist, in einer kurzen Darlegung alles einzufangen, was sich zum Thema Gebet sagen láfit bzw. darüber geschrieben wurde, möchte ich nur einen Gedanlcen hervorheben.
Wir alle sind, wenn wir beten, Jünger Chrísti, und zwar nicht, weil wir die Worte wiederholen, die er uns einst gelehrt hat - erhabene Worte, die den voll-kommenen Gehalt des Gebets ausmachen -, wir sind selbst dann Jünger Christi, wenn wir nicht diese Worte gebrauchen. Wir sind nur deshalb seine Jünger, weil wir beten: »Höre den Meister, der betet; lerne beten. Deshalb hat er ja gebetet, um uns das Beten zu lehren«, sagt der heilige Augustinus. Und ein moderner Autor schreibt: »Da sich das Ende des Gebetsweges in Gott verliert, und niemand den Weg kennt, aufier dem, der von Gott kommt, Jesus Chri-