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Weg und Ziel des Schmalfilms
Vom Privatvergnügen eines kleinen Kreises Begüterter übersprang der Schmalfilm in den 30 Jahren seiner Existenz die ihm ursprünglich zugedachte Aufgabe und erschloß als Ausdrucks- und Gestaltungsmittel neue ungeahnte Möglichkeiten.
Diese stürmische Entwicklung wurde durch den Krieg kraß unterbrochen. Langsam nur kommt das Schmalfilmschcffen, dessen Bedeutung häufig noch verkannt wird, wieder in Fluß.
Gegenüber dem Normalfilm, wie wir ihn aus dem Lichtspieltheater kennen, stellt der Schmalfilm weder eine Konkurrenz, noch einen Ersatz, noch etwas Gegensätzliches dar.
Die neuen Aufgabengebiete des Schmalfilms beginnen da, wo er Filmaufnahmen ermöglicht, die dem Normalfilm schwer oder überhaupt nicht zugängig sind; wo Normalfilmaufnahmen und deren Auswertung durch die Vorführung zu unwirtschaftlich ist, aber die Leistung des Schmalfilms ausreicht.
Die Vielfalt dieser Möglichkeiten kann nur andeutungsweise gegeben werden. Der größte Teil der Schmalfilmer wird für seine berufliche Arbeit amateurmäßig filmen. Der Mediziner dokumentiert Operationen und Phasen neuer Heilmethoden erfolgreich damit. Der Forscher filmt Versuchsreihen, Erkenntnisse, Expeditionen und Exkursionen. Der Ingenieur analysiert Neuerungen, neue Arbeitsmethoden und Funktionen von Maschinen. Der Verkaufsleiter hat beim Exportgeschäft im Schmalfilm einen Helfer, der es ihm ermöglicht, Funktionen einer Apparatur oder Maschine statt in schwer faßlicher Be- und Umschreibung in einer sinnfälligen, leicht faßlichen Form zu demonstrieren.
überhaupt nicht zu umreißen ist der Kreis derjenigen, die den Schmalfilm als Dokument der Erinnerung oder Entwicklung und Popularisierung neuer Erkenntnisse und Methoden nutzen können, Laiengruppen und Einzelpersonen erschließen sich als Filmamateure durch Freizeitbeschäftigung mit dem Schmalfilm eine reine Quelle der Freude, wie sie jedem, der gestaltend schafft, zuströmt.
Viel gilt es nachzuholen, um die Folgen des Krieges zu beseitigen, die technischen und künstlerischen Möglichkeiten zu nutzen, um die immerwährende Veränderung und Entwicklung unseres Lebens und der Gesellschaftsverhältnisse zu dokumentieren und den Fortschritt zu unterstützen durch die Sammlung von Erkenntnissen und Verbreitung von Wissen in Schulen, Arbeitsgemeinschaften, Organisationen und Betrieben.