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ERSTER TEILDie Spieler IIn gewisser Hinsicht war es, dachte sie, wie der unwiderrufliche Verlust der Jungfräulichkeit. Zu irgendeinem Zeitpunkt bei Tag oder Nacht war man es noch, im nächsten Augenblick schon nicht mehr. Manchmal dauerte es nur diese wenigen Sekunden, um etwas zu zerstören, das jahrelang sorgfältig gehütet worden war.Und Webster das erste Mal zu betrügen, das wird etwa so sein, wie meine Jungfräulichkeit zu verlieren, sagte sie sich.Und doch gab es einen Unterschied. Bei einigen Frauen würde dieser Unterschied wahrscheinlich nicht so groß sein; bei den Frauen, die Sex zum erstenmal in der Hochzeitsnacht erlebt haben, nach sorgfältigen Vorbereitungen wie Bad, besonderes Nachtgewand, raffinierte Verwendimg von Parfüm und Puder, kurzum: nach sorgfältigster Vorbereitung des weiblichen Körpers für Zurschaustellung und Liebe.So ist's aber bei mir nicht gewesen, dachte sie mit schiefem Lächeln. Sie erinnerte sich an den Rüdesitz von Webs Wagen, an den Geruch des Frühlings in der Nachtluft, an einen schrecklich unbequemen Hüfthalter, an kunstseidenen Stoff, das Fummeln im Dunklen und den plötzlichen scharfen Schmerz.Hierin lag der entscheidende Unterschied. Mit der gleichen peinlichen Sorgfalt, mit der andere Frauen und Mädchen sich für die Hochzeitsnacht vorbereiten, hatte sie sich für den Ehebruch vorbereitet.Jetzt fuhr sie geschickt durch den Verkehr und paßte das Tempo des Kabrioletts dem wechselnden Licht der Verkehrsampeln an. Männer, die in anderen Autos an ihr vorbeifuhren, warfen ihr einen raschen, anerkennenden Blick zu. Er galt ihrem goldblonden Haar, das in der Sommersonne glänzte, dem kleinen, hübschen Gesicht und auch der selbstbewußten Haltung, die unsichtbare, geringschätzige Ablehnung dieser Blicke ausdrückte.Ihr Name war Sarah Emmiin. Sie war vierunddreißig Jahrealt, mit Webster Emmiin - vier Jahre älter als sie - verheiratet, und hatte keine Kinder. Ihr Mann war Geschäftsführer einer Werbeagentur. Bis zu ihrer Heirat vor sechs Jahren hatte sie als Werbetexterin in derselben Agentur gearbeitet. Kurz vor der Eheschließung hatte sie ihre Stellung aufgegeben.Zweifellos wunderten sich einige Männer, die an diesem heißen Nachmittag auf der Highway an ihr vorbeifuhren, ein wenig über sie. Wahrscheinlich überlegten sie, wohin sie wollte, und wie es wohl für einen Mann sein würde, eine Frau wie diese zu haben.An ihrer linken Hand blitzten gelegentlich Trauring und Verlobungsring im Sonnenlicht auf. Sie erinnerten alle, die es bemerkten, daran, eine verheiratete Frau vor sich zu haben, die wohl mit häuslichen Angelegenheiten beschäftigt war, mit ihrem Mann und vielleicht auch mit Kindern. Sie war eine der Millionen Frauen, die es irgendwie fertigbringen, den von den Verbrauchermagazinen in den Inseraten geprägten Typ wiederzuspiegeln; in diesen vierfarbigen, schön aufgemachten Zeitschriften, die die amerikanische Lebensweise versinnbildlichen.Bis zu einem gewissen Grad war Sarah Emmiin tatsächlich ein Teil der herrschenden Reglementierung der amerikanischen Frauen. Ihr Heim in einem der Vororte von Douglas Gty im pazifischen Nordwesten war mit fast allen arbeitssparenden Geräten ausgerüstet. Die meisten waren auf Raten gekauft, obwohl Webster ein durchaus angemessenes Gehalt bezog.Sarahs Wagen war drei Jahre alt und das zweite Fahrzeug, das sie besaßen, beide in der unteren Preisklasse. In letzter Zeit hatten sie davon gesprochen, sich einen Kompaktwagen als drittes Auto anzuschaffen, hatten sich aber bislang noch nicht zu einem Kauf entschließen können.Sie trug Schuhe, für die überall im Land geworben wurde; dazu ein Kleid einer bekannten Firma und einen Büstenhalter, der in großen Mengen verkauft und in teuren Inseraten oder im Werbefernsehen angepriesen wurde. Auf Strümpfe für ihre goldbraunen Beine hatte sie verzichtet. Ihr Höschen würde man kaum in billigeren Geschäften finden. Es war aus durchsichtiger Spitze. Es ausgerechnet heute anzuziehen, hatte bei ihr ein merkwürdiges erregendes Schuldgefühl erweckt. 6