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Gott hat den Menschen nach seinem Ebenbilde erschaffen, heißt es. Aber Roman mußte sich fragen, welcher Gott Anspruch auf die Leiche da auf dem Alimii-niumtisch erheben würde.
»Weibliche Leiche, Hautfarbe weiß, Alter zwischen zwanzig und fünfundzwanzig. Haare braun, Augen blau.« Der Gerichtsmediziner sprach in das Mikrophon am Aufschlag seines weißen Kittels. Das Kabel führte zu einem Bandgerät in der geräumigen Kitteltasche. »Die Leiche wurde in sechs Einzelteile zerlegt«, fuhr er mit monotoner Stimme fort. »Davon abgesehen scheint es sich um eine gesunde Frau gehandelt zu haben. Das Gebiß ist vollständig vorhanden, allerdings mit Silberplomben in den oberen rechten Backenzähnen. Unter dem Kinn verläuft eine kleine, schon ältere Quemarbe. Leichte Gewebequetschung am Knöchel des vierten Mittelhandknochens, verursacht durch das Abstreifen eines Ringes zu Lebzeiten des Opfers oder kurz danach. Keine weiteren Narben, Muttermale oder Leberflecke.«
Vier Mäimer standen um den Tisch. Roman war kein Schwächling; er war dem Tod schon vorher begegnet. Aber im Gegensatz zu ihm konnten sich die anderen, einschließUch Isadore, auf ihre berufliche Objektivität stützen. Für Roman war das verstümmelte Schreckgebilde in dem sterilen Raum eine negative Offenbarimg. Nie zuvor war ihm der Gedanke gekommen, wie sehr der menschliche Körper, werm man ihn aus seinen Einzelteilen zusammenfügt, einem mißgestalteten Kraken
gleicht.