Bővebb ismertető
Von allen erfreulichen, feststehenden Dingen in ihrem Leben war Nina Henry ihr Bad das liebste. Dafür gab es gute Gründe. Einer, der beste vielleicht, Igg darin, daß sie zweiundvierzig Jahre alt war. Mit zwanzig, und auch mit dreißig Jahren hatte sie niemals einen Gedanken an das Baden gewendet. Sie badete einfach. Man tat es eben. Aber als sie, ganz allmählich und unmerklich, älter wurde, begann sie das Bad mehr auszukosten und zu schätzen. Nur während sie im Bad war, koimte sie wirkUch ausspannen. War sie für sich. Sicher vor jeder Unterbrechimg. Sie nahm zwei Bäder — eines natürlich, werm sie aufstand, und ein zweites selbst-verständhch, wenn sie sich zum Dinner umzog. Mindestens zweimal im Laufe des Tages konnte sie dann in einem Zustand völliger geistiger Freiheit denken. Es war Nina klar, daß ihr Denken ein langsamer und oftmals verworrener Prozeß war. Weim sie Eile hatte, geriet sie durcheinander. Ganz besonders brachte Wilson, ihr Maim, sie durcheinander. Er war ein lebhafter, ein ungestümer und ungeduldiger Mensch. Aber in ihrem Bad belästigte er sie nicht. Er hätte es tun körmen, das wußte Nina —sie war in solchen Dingen nicht prüde — aber er tat es nicht. Das heißt, er tat es nicht mehr. Langsam, wie die Zeit verstrich, hatte das gemeinsame Leben der beiden gewisse konventionelle Formen angenommen.
. Nina Henry saß aufrecht in einer mit mäßig heißem Wasser gefüllten Wanne, noch zufriedener sogar als sonst in diesem Zustand seelischen und körperlichen Behagens. Wilson kaim sie nicht mit seinen hartnäckigen Fragen bedrängen; sie ist frei von der scharfen und häufig beunruhigenden Kritik ihrer Kinder. Sie rief sich ins Gedächtnis, daß Acton nahezu neunzehn war; Cordeha war siebzehn. Nun, das bereitet ihr jetzt keine Sorge. In ihrem Bad. Eine weitere Ursache dafür, daß ihr dieses so viel Vergnügen bereitete, war die Köstlichkeit seiner Einzelheiten — das Wasser, das genau die richtige Temperatur hatte, war mit den allerbesten, den teuersten, für eben diesen Zweck hergestellten Salzen parfümiert, ihr Schwamm und der weiche Waschlappen mit dem einchudks-vollen Monogramm waren ebenso vollkommen; die Elizabeth-Vemon-Badeseife war eine Quelle wunderbar weichen und üppigen Schaums. Die niedrige, weite Porzellanwanne, der Fußboden und die Wände um sie, die mit weißer, satinierter Leinwand bespannt waren, die Porzellanflächen und das leuchtende, silberfar-