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Impressionen zum «Sonnengesang» des heiligen Franziskus von Franz-Josef Steinmetz Sonnenhymnen gab es schon bei den áltesten Kulturvölkern des Orients, bei den Ugaritern, den Sumerern, den Assyrern, Babyloniern und Agyptern. Besondere Aufmerksamkeit erregte in den letzten Jahren der von Echnaton verfaíke Hymnus von Amarna. Aber das Thema wurde nichtsdestoweniger in allén Menschheits-Epochen - freilich auf verschiedene Weise - aufgegriffen, in den Psalmen des altén Israel so gut wie im „Sonnengesang" des Franz von Assisi, dessen 750. Todestag am 3. Október 1976 vielerorts gefeiert wurde. Auch unsere Gegenwart kennt eindrucksvolle Lieder an die Sonne. I. Der „Sonnengesang" des heiligen Franziskus, der im Mittelpunkt dieser Betrachtung steht, ist zwar weithin bekannt, aber auch vielfach mifíverstanden und bedarf daher einer ausdrücklichen Interpretation. Was weifi man über die Hintergründe seiner Entstehung und seine ursprüngliche Bedeutung? „Die Hymne wurde, solange Franz lebte, nicht aufgeschrieben. Er prágte sie den Brüdern mündlich ein und dachte sie mit diesem Sang als Spielleute des Herrn in alle Welt zu senden."1 Es handelt sich alsó um ein schlichtes, frommes Gebet, das gesungen werden will, nicht hingegen um ein besonders kunstvolles lyrisches Gedicht, über dessen literarischen Rang man streiten soll. Leider aber existiert meines Wissens im deutschsprachigen Raum keine Vertonung dieses Gesanges, die allgemein vertraut ist und gerne gesungen wird. Auch die in diesem Buch abgedruckte Ubertragung, die dem italienischen Originál noch am náchsten zu kommen scheint, kann die fehlende Musik nicht ersetzen. II. Keinerlei Schwierigkeit sollte eigentlich der Gedanke bereiten, dafí der sogenannte „Sonnengesang" ein direktes Preis- und Danklied ist. Denn das ist offensichtlich der Tenor, der alle Strophen durchzieht: Gelobt seist du, mein Herr! Das ist ebenso seine eindringliche Einleitung wie sein feierlicher Schlufí: Lobt und preist meinen Herrn und dankt und dient ihm in grofier Demut. Das ist vor allém der entscheidende Unterschied zum anfangs erwáhnten und so sehr bestaunten Sonnenhymnus von Amarna, in dem keinerlei direkter Ausdruck des Dankes, geschweige denn der demütigen Unterwerfung begegnet, ganz abgesehen davon, daft in ihm die Sonne nicht etwa als Geschöpf, sondern als Schöpfer aller Dinge beschrieben wird (wie es den altorientalischen Sonnengesángen wohl überhaupt entspricht). Vielmehr geht es