Das neu geborene Fohlen saugte zufrieden an den Zitzen seiner Mutter. Eigentlich hätte die vierzehnjährige Lizzy Foster, die gerade einen Blick in den Stall warf, vor Glück zerspringen sollen, denn schließlich waren Pferde und Singen die beiden wichtigsten Dinge in ihrem Leben.
Vor drei Wochen hatte sie die Hauptrolle in dem Musical bekommen, das an dem katholischen Internat, das sie besuchte, zum Jahresabschluss aufgeführt werden würde. Und nun war, während Lizzy das Wochenende auf Kinmalley verbrachte, der Weizen- und Schaffarm...
Das neu geborene Fohlen saugte zufrieden an den Zitzen seiner Mutter. Eigentlich hätte die vierzehnjährige Lizzy Foster, die gerade einen Blick in den Stall warf, vor Glück zerspringen sollen, denn schließlich waren Pferde und Singen die beiden wichtigsten Dinge in ihrem Leben.
Vor drei Wochen hatte sie die Hauptrolle in dem Musical bekommen, das an dem katholischen Internat, das sie besuchte, zum Jahresabschluss aufgeführt werden würde. Und nun war, während Lizzy das Wochenende auf Kinmalley verbrachte, der Weizen- und Schaffarm ihrer Familie in den Darling Downs in Queensland, dieses vollkommene kleine Geschöpf zur Welt gekommen. Dennoch gab es nur einen einzigen Gedanken, der Lizzy an diesem kühlen frühen Septembermorgen beschäftigte, nämlich, dass sie ihrem Vater auf keinen Fall von ihrer Gesangsrolle erzählen durfte.
Die große Scheune war vom Geruch nach frischem Heu erfüllt. Neben Lizzy wartete geduldig, gesattelt und gestriegelt Woeful, die zwölfjährige Stute; sie knabberte hin und wieder an der Schulter ihrer Herrin und pustete ihr von hinten in das T-Shirt. In der nächsten Box konnte Lizzy hören, wie ihre beste Freundin Mar-cia Pearce, die über das Wochenende zu Besuch war, den Eingangschor von »Oklahoma!« summte und dabei unter Geklapper Misty sattelte. Marcias Eltern waren die Besitzer von Four Pines, einer etwa eine Autostunde entfernt gelegenen Schaffarm.
Für gewöhnlich freute sich Lizzy darauf, die Pferde zu bewegen und Ställe auszumisten, doch heute spiegelten sich Sorgen in ihren dunklen Augen. Mit einem tiefen Seufzer spielte sie an dem Silbermedaillon herum, das sie um den Hals trug und das ihr Vater ihr zum sechsten Geburtstag geschenkt hatte. Sie drehte sich um, lehnte die Wange an Woefuls warmes braunes Fell und überlegte, wie sie sich nur wieder aus der Klemme befreien könnte, in die sie sich selbst hineinmanövriert hatte.
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