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DAS HEILIGE LAND Geographisches Das Heilige Land ist ein schmaler Landstreifen zwischen dem Berg Hermon im Norden und de'm Ufer des Toten Meeres im Süden, dem JordanfluE im Osten und dem Mittelmeer im Westen. Diese Lage verleiht ihm unter zwei Gesichtspunkten, dem politischen und dem religiösen, besondere Bedeutung, wobei allerdings der eine mit dem anderen eng verknüpft ist: das Heilige Land ist die natürliche geographische Brücke zwischen den beiden Grofimáchten des Altertums: im Süden Ágypten, im Norden zuerst Mesopotamien und spáter Griechenland und Rom. Auch in spáterer Zeit dauert die Brückenfunktion an: nach dem oströmischen Reich (Byzanz) kommt es zur Hegemonie der Araber, und nur ein Jahrhundert lang steht das Land nach dem Sieg der Kreuzfahrer unter westlicher Herrschaft. Das Heilige Land ist sehr begrenzt, kleiner als Sizilien mit seiner Bodenfláche von 254.461 qkm. Landschaftlich ist das Gebiet sehr abwechslungsreich und anmutig: von den Höhen des Berges Hermon (2814 m ü.d.M.) mit seinen nahezu ganzjáhrig schneebedeckten Gipfeln und der sprichwörtlichen Fruchtbarkeit Galiláas und der Mittelmeerküste bis zu den sonnenversengten, unfruchtbaren Böden Judáas; von den Tieffláchen von Sáron und Philistáa, die in der sogennannten Jordaneinsenkung unterhalb des Meeresspiegels liegen (396 m ü.d.M.) bis zum Toten Meer wirkt die vielfáltige Bodengestalt ausgesprochen anziehend. Auch wo die Kargheit der Erde keinen Pflanzenwuchs erlaubt láfit die Bodenform nicht den Gedanken an ein Ödland aufkommen. Bezeichnung Sehr unterschiedlich sind die Namen, mit denen dieser Landstrich im Laufe der Geschichte bezeichnet wird: im allgemeinen rühren sie von den Völkern her, welche die Gegend bewohnt habén. Unter allén Namen hat aber derjenige, den ihm der Prophet Zacharias ohne Rücksicht auf die politischen Ereignisse gab, den Vorrang: HEILIGES LAND. Durch diese Bezeichnung werden praktisch die Grenzen hinweggefegt, weil sie geschichtlich-politische Ereignisse ausser acht láftt und nur auf die religiöse Bedeutung sowohl des Altén als auch des Neuen Testaments Bezúg nimmt: dazu kommt in jüngerer Zeit die Entwicklung des Islam. Wir habén es alsó mit drei verschiedenen Aspekten einer einzigen religiösen Tatsache zu tun, námlich dem Streben nach Einheit, dem Monotheismus, und dieses Streben wird heute umfassend als Geschichte des Heils bezeichnet: danach ist das Heilige Land die Státte aller Völker, der die Menschen zustreben, um zu erkennen und zu erfassen, was der menschliche Geist ergründen zu können glaubt. Dieses allseitige Zusammenstreben, das wir auch heute noch beobachten können, wird bereits im Altén Testament von Isaias vorausgesagt (vgl. S. 99). Selbst die Namen der wichtigsten Stádte habén nichts mit Politik zu tun: Jericho lásst an einen Kult des Mondes denken; Bethlehem,