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EINLEITUNG Die Gefühle, mit welchen wir dem heiíigen Leichentuch begegnen sollen, werden uns von den Worten Papst Paul VI anldfílich der ersten Schaustellung im Fernsehen eingegeben: "Was auch immer die Sachverstándigen in geschichtlicher und wissenschaftlicher Hinsicht über diese geheimnisvolle und wurderbare Reliquie herausfinden mögen, können wir nicht entgehen lassen, den sehnlichen Wunsch auszusprechen, sie möge die Besucher nicht nur zu einer andáchtigen Betrachtung der áufierlichen Erscheinung unseres Erlösers leiten, sondern sie in ein tieferes Verstandnis seiner verborgenen Wesenheit einführen". Was uns das Leichentuch über das Leiden Christi verrat, darf nicht ein Gegenstand unserer Neugier sein, sondern ein Beweggrund zur Meditation. Die in schrecklichen Schönheit auf dem Leichentuch abgedrückten Wundmale sind ein Zeichen der Liebe. "Es gibt keine gröflere Liebe als die desjenigen, der sein Leben für seine Freunde hingibt", sagte Jesus. Der alte Brauch der Kreuzwegandacht wurde im Licht der Erkenntisse des Leichentuches schon vor anderen Autoren vorgestelli (C. Dolza, La Via Crucis alla luce della Sindone, Torino - Leumann, Elle Di Ci, 1966; G. Ricci, Via Crucis secondo la Sindone, Milano, Ancora, 1971).