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F. A. Novak - Das große Bilderlexikon der Pflanzen [antikvár]

Das große Bilderlexikon der Pflanzen [antikvár]

F. A. Novak, K. H. Hanisch

 
VORWORTDieses Buch hätte eigentlich noch vor dem Lexikon der Tiere erscheinen müssen. Denn ohne Pflanzen wäre keinerlei Tierleben auf der Erde, im Wasser und in der Luft möglich. Schon den Biblischen Geschichten zufolge wurden nach Tag und Nacht, nach Erde und Wasser am dritten Schöpfungstag zunächst die Pflanzen erschaffen. Gott sprach: Es lasse die Erde aufgehen Gras und Kraut, das Ich besame, und fruchtbare Bäume, daß ein jeglicher nach seiner Art Frucht trage. Erst am fünften Tag erregte sich das Wasser mit webenden und...
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VORWORTDieses Buch hätte eigentlich noch vor dem Lexikon der Tiere erscheinen müssen. Denn ohne Pflanzen wäre keinerlei Tierleben auf der Erde, im Wasser und in der Luft möglich. Schon den Biblischen Geschichten zufolge wurden nach Tag und Nacht, nach Erde und Wasser am dritten Schöpfungstag zunächst die Pflanzen erschaffen. Gott sprach: Es lasse die Erde aufgehen Gras und Kraut, das Ich besame, und fruchtbare Bäume, daß ein jeglicher nach seiner Art Frucht trage. Erst am fünften Tag erregte sich das Wasser mit webenden und lebendigen Tieren, und am sechsten Schöpfungstag entstanden die Tiere der Erde und schließlich der Mensch.Weiterhin steht zwar geschrieben, daß tausend Jahre vor Gott wie ein Tag wären, der soeben vergangen ist, und wie eine Nachtwache. Doch die Schöpfungstage der Natur haben von der ersten Alge in den Urmeeren über die Farne und Schachtelhalme im Erdaltertum bis zu den ersten Blütenpflanzen, die ihrerseits wieder auf eine Bestäubung durch Insekten angewiesen waren, die Zeit von mehr als tausend Millionen Jahren in Anspruch genommen. Und dann dauerte es nochmals mehr als hundert Millionen Jahre, bis der Urmensch seine Spuren hinterließ; das sind jetzt etwa sechshundert Jahrtausende her.Zuerst also waren die Pflanzen da, und das hatte und hat noch immer seinen guten Grund. Denn erst Blätter, Früchte, Wurzeln und Säfte von Kräutern und Bäumen enthalten die Milch, mit welcher die Mutter Erde ihre Tiere und Menschen ernährt. Der Elefant in Indien, die Wacholderdrossel im Garten, der Zaunigel, alle Fische und die Menschen leben von der Erde, die einmal schwarz, dann wieder rötlich, in manchen Gegenden naß und in der Wüste Sahara staubtrocken ist. Nur kann kein Lebewesen sich einfach Erde in den Futtertrog schütten oder auf den Teller löffeln, um davon zu essen. Obwohl sich alle für Tier und Mensch wichtigen Stoffe im Erdreich befinden, würde doch selbst ein Regenwurm verhungern, fände er nicht die Wurzeln oder Gräser und Kräuter, könnte er sich nicht ein paar Blätter von der Erdoberfläche in den Boden hineinziehen. Und wenn sich der Wolf in der Nacht ein Lamm von der Weide raubt, so hat doch das kleine Schaf erst am Abend zuvor die Gräser und Butterblumen der Wiese gefressen.Nur auf dem Umweg über die Pflanzenwelt ernährt die Erde ihre Tiere und Menschen. Sie gibt Gras mit Margeriten und Schafgarben für Grünfutter und Heu, damit wiederum die Kühe leben und Milch geben können. Die Erde läßt den Hafer für das Pferd wachsen, damit es den Pflug und später die vollgeladenen Erntewagen mit Roggen, Weizen, Hirse, Mals und Reis in die Scheunenziehen kann. Gerste und Hopfen für das Bier, Tabak zum Rauchen, Morphium zum Einschlafen und Kaffee zum Aufwachen, Holz für Häuser, Schiffe und Bücherschränke, Fasern für Stoffe: was immer wir zum Leben brauchen, gibt uns die Erde mit ihren Pflanzen. Allein die Kokospalme könnte dem Insulaner in der Südsee genügen, um satt, gesund und lange am Leben zu bleiben, ohne in den Regenzeiten naß zu werden und frieren zu müssen. Von dem Holz der Stämme baut er sich seine Hütte, deren Dach mit den derben Palmblättern gedeckt wird, die selbst den tropischen Regengüssen standhalten. Aus den Blattfasern lassen sich außerdem Vorhänge, Matten und Tücher flechten. Zu einem vortrefflichen Gemüse werden die oberen Knospen der Jungpflanzen bereitet, aus dem Saft entsteht der Palmwein, die Milch ist erfrischend, das fette Fruchtfleisch der Nüsse ist wohlschmek-kend und äußerst nahrhaft, und die steinharten Schalen eignen sich für Geschirr mancherlei Art. Und alles das holt die Kokospalme mit ihren Wurzeln aus der Inselerde und mit ihren grünen Blättern aus der Luft. Die Weisheit der Schöpfung hat die Pflanzen an den Anfang und an das Ende alles Lebendigen gestellt. Die Erde ernährt ihre Tiere und Menschen durch Baum und Kraut, und sie holt sich alles Leben wiederum durch die Tätigkeit von pflanzlichen Wesen der Bakterien und Pilze - in ihren dunklen Schoß zurück. Selbst im Garten, in einer Gesteinsspalte neben der Regentonne vielleicht, läßt sich täglich der Urbeginn dieser Welt erleben. Denn die Flechten am Gestein sind nichts anderes als die erste Lebensgemeinschaft der Schöpfungsgeschichte. Von diesen Flechten ausgeschiedene Säuren zernagen, zerfressen und zermürben den Stein. Allmählich können Moose in dem zerkrümelten Gesteinsgrus gedeihen. Im Moos ist bereits deutlich die Idee für alle höheren Pflanzen sichtbar, man braucht es nur durch ein Vergrößerungsglas zu betrachten. Von niemand anderem als von Johann Wolfgang Goethe ist es erkannt worden, daß alle höheren Pflanzen nur mannigfache Abwandlungen eines Bauplanes darstellen, nach welchem die Urpflanze in Wurzel, Stengel und Blätter gegliedert ist. Ob Kaktus oder Palme, ob Eselsdistel oder Madonnenlilie: in vielfachen Verwandlungen ist in allen Pflanzen dieselbe Gestaltungsidee sichtbar. Das verwesende Moos ergibt zusammen mit dem von Flechten zernagten und zerfressenen Gestein die ersten Spuren von schwarzer, duftender Erde, darin bereits Farnkräuter wachsen können. Nach etlichen Jahren keimt vielleicht schon das herbeigewehte Samenkorn eines Kiefernbaumes und bohrt sich mit den Wurzeln in die Tiefe. Eine Waldmarbel gesellt sich dazu, eine Erdbeere bald und gar ein Veilchen. Denn ebenfalls aufgewachsene Buchen, Schlehen-

Termékadatok

Cím: Das große Bilderlexikon der Pflanzen [antikvár]
Szerző: F. A. Novak K. H. Hanisch
Kiadó: Artia Verlag
Kötés: Vászon
ISBN: 357001018x
Méret: 160 mm x 220 mm
F. A. Novak művei
K. H. Hanisch művei
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