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Kapitel i
Mary Kathieens Herz klopfte heftig, aber sie zwang sich, langsam zu gehen, bis sie außer Sicht des Herrenhauses war. Nicht dass ihr wirklich jemand nachgeblickt hätte. Und selbst wenn die Köchin etwas ahnte - gegen das, was die alte Grainne vom Haushalt der reichen Wetherbys abzweigte, zählten zwei Teekuchen gar nichts.
Mary Kathleen fürchtete denn auch keine wirklichen Verfolger, als sie sich jetzt zitternd hinter eine der Steinmauern kauerte, die hier, wie überall in Irland, die Felder begrenzten. Sie boten Schutz gegen den Wind und neugierige Blicke, aber vor ihren Schuldgefühlen konnten sie Kathleen nicht schützen.
Sie, Mary Kathleen, die Musterschülerin des Bibelunterrichts von Father O'Brien, sie, die bei der Firmung stolz den Namen der Gottesmutter ihrem eigenen vorangesetzt hatte - sie hatte gestohlen!
Kathleen konnte immer noch nicht fassen, was da über sie gekommen war, aber als sie das Tablett mit den Teekuchen in die Räume der vornehmen Lady Wetherby getragen hatte, war ihr Verlangen geradezu übermächtig geworden. Scones, frisch gebacken aus weißem Mehl und nicht minder weißem Zucker, serviert mit Marmelade, die nicht einfach aus Beeren gekocht worden, sondern in hübschen kleinen Gläsern aus England gekommen war. Laut der Aufschrift, die Kathleen mühsam entzifferte, woirde sie aus »Orangen« hergestellt. Was immer das war - sicher schmeckte es köstlich!
Kathleen brauchte all ihre Kraft, die Kuchenplatte vorsichtig zwischen Lady Wetherby und ihrer Besucherin auf dem Teetisch