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DER PRIX DE ROME
Es ist einer jener Sommertage, an denen die Sonne alles mit ihrem durchdringenden Licht erfüllt. Die Gebäude verlieren ihre steinerne Schw^ere. Ihr Grau bekommt einen magischen Schimmer, der auf die Bäume zurückflutet, die zu beiden Seiten die Ufer der Seine begleiten. Oder ist es der Schimmer ihres graugrünen Laubes, der auf die Häuser zurückfällt? Auf den Louvre mit seinem reichen Schmuck der Renaissance, auf das ,,Institut de France", dessen Kuppel in edlem Formenschwung aus der Baumasse aufsteigt, auf die Insel der Cité, den Kern der alten königlichen Stadt, den der Fluß schützend umschließt. Oder ist es das sanfte Blau des Himmels, das diese Transparenz der Körper und der Farben schafft, so daß das Blau mit dem Grau verschmilzt und das Grau mit dem Grün ?
Auf dem Pont des Arts steht ein junger Mann. Er betrachtet das Spiel der Farben über Paris. Seine Augen folgen dem fliehenden Gefunkel der Reflexe auf dem Wasser und dem Gleiten der kleinen Boote. Es sind leuchtende Augen unter massigen, überhängenden Brauen. Sein Blick hat etwas Traumverlorenes. Seine Lippen haben eine sinnliche Fülle. Seine Nase ist kräftig geformt. Was aber am stärksten bei ihm sich einprägt, das ist die ungeheure Stirn, die sich unter einem schweren Haarpelz über das Gesicht vorwölbt. Man braucht kein großer Menschenkenner zu sein, um in diesem jungen Mann einen jungen Künstler zu erkennen. Seine