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ERSTES BUCH
AUDIENZ
s gab in /Vladrid keine Kutschen. Der Kardinal-Legat mußte zur Audienz reiten. Man hatte ein weißes Maultier für ihn aufgetrieben, darauf saß er seitlich, nach Art der Frauen, das leuchtende Gewand lang hinabwallend. Es regnete fein und eisig auf seinen flachen Purpurhut. Der alte Fabio Fumagalli, Kanonikus von Sankt Peter, führte sein Reittier am Zügel. Hinterdrein und zur Seite stapften die Leute seines Gefolges im Schmutz, drei Kleriker minderen Ranges und mehrere Bediente, alle unheiteren Gesichts niederschauend auf ihre Strümpfe, die kotig Vv^urden bis über die Waden. Die geistlichen Herren hielten mit beiden Händen ihre Röcke hoch wie Bauernweiber und gedachten der schöngepflasterten römischen Promenaden.
Es war eine seltsame Hauptstadt, nach der sie da entsandt worden waren. Einen Marktflecken, nichts anderes, hatte sich dieser König zur Residenz ausgesucht. Wenn 15 000 Christenmenschen hier beieinander hausten, war es viel. Die Häuser waren fast alle aus Lehm, einstöckig, so niedrig, daß der Kardinal auf seinem Maultier mühelos hätte die Dächer berühren können. Dies war die Hauptstadt der halben Welt. Von diesem Schmutznest aus wurde Spanien regiert, Burgund, Lothringen, Brabant, Flandern und die fabelhaften Goldreiche überm Weltmeer. Von hier aus