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Erstes Kapitel
Celia Garth hatte blondes Haar und braune Augen. Das Haar war voll und weich und hatte einen goldenen Schimmer. Die Augen waren dunkel und blickten frisch und munter in die Welt. Sie hatte eine gute Figur, war stolz darauf und pflegte gerade und aufrecht zu gehen. Ihr Gesicht war sehr lebendig und von etwas unregelmäßigem Schnitt: ein eigensinniger Mund, ein eckiges Kinn und eine kecke, gerade Nase mit Sommersprossen. Es war kein klassisches Gesicht, aber es verriet Temperament, Schwung und gesunden Mutterwitz. Wenn sie das Kinn vorstreckte und das Naschen aufwarf, war man versucht, sie Fräulein Naseweis zu nennen.
CeHa war zwanzig Jahre alt. Jetzt, im September 1779, war sie seit drei Monaten Lehrmädchen in Mrs. Thorleys Modesalon in Charleston, Süd-Karolina. Als sie an diesem Morgen vor dem Frühstück zu Mrs. Thorley ging, um ihre Anweisungen für den Tag entgegenzunehmen, bemühte sie sich, ein sanftmütiges Gesicht aufzusetzen. Dies gelang ihr nicht, aber sie wirkte unzweifelhaft interessant.
Sie trug das blonde Haar aus der Stirn zurückgekämmt; es wellte sich, sorgfältig gebürstet, unter einem flotten kleinen Käppchen aus weißem Batist. Ein weißes, über dem Busen ver-knptetes Halstuch deckte ihre Schultern. Das Material ihres Kleides bestand aus handgesponnenem Leinen. Dieses Leinen, von den Flachsbauern in Kingstree gewebt und in Ballen nach Charleston transportiert, war derb, billig und ziemUch gewöhn-hch, aber an CeHa wirkte es keineswegs so.
Die natürUche Farbe des Stoffes war ein schmutziges, unan-sehnHches Braun, aber CeUa hatte ihn so lange gewaschen und gebleicht, bis aus dem Braun ein zartes Beige wurde, das ausgezeichnet zu ihren dunklen Augen und ihrem hellen Haar paßte.