Budapest - DonauköniginIn ihrer liebenswerten Neigung zu Über-treibungen behaupten manche Ungarn, in ihrem Land gebe es nur eine Stadt - und das sei selbstverstándlich Budapest, die Hauptstadt. Hier konzentriert sich das geistig-kulturelle, wissenschaftliche und politische Leben in einem solchen MaB, dass alle anderen Besiedlungszentren schlicht als >Provinz< bezeichnet werden.Weltstadt >Buda-PestBuda-PestKönigin der Donau< ein. In diesem >Gesamtkunstwerk Stadt< liegen Erha-benheit und Trivialitát, Schein und Wirk-lichkeit nahe...
Budapest - DonauköniginIn ihrer liebenswerten Neigung zu Über-treibungen behaupten manche Ungarn, in ihrem Land gebe es nur eine Stadt - und das sei selbstverstándlich Budapest, die Hauptstadt. Hier konzentriert sich das geistig-kulturelle, wissenschaftliche und politische Leben in einem solchen MaB, dass alle anderen Besiedlungszentren schlicht als >Provinz< bezeichnet werden.Weltstadt >Buda-PestBuda-Pest<. Innere Mitte, Nahtstelle und Trennlinie dieser Vereinigung ist das zwar nicht mehr blaue, an manchen Tagén jedoch silbrig leuchtende Band der Donau. Sie-ben Brücken verklammern die Stadt mit-einander, im Wasser spiegeln sich die Fassaden der beiden dicht bebauten Ufer-promenaden, sowohl in der verschwen-derischen Pracht von Neo-Stilen des aus-gehenden 19. Jh. als auch in klotzigenBausünden jüngeren Datums. Sein zau-berhafter Charme bringt Budapest bis-weilen operettenhafte Lobpreisungen wie >Königin der Donau< ein. In diesem >Gesamtkunstwerk Stadt< liegen Erha-benheit und Trivialitát, Schein und Wirk-lichkeit nahe beieinander. Budapest und >sein< Strom verschmelzen zu einer Me-tapher für den der fliehenden Zeit entris-senen, monumentalisierten Augenblick.Wie alles begannViel Wasser floss seit der Landnahme vor über 1100 Jahren die Donau hinab, als die Ungarn ins Karpatenbecken einzogen und mit der Schnelligkeit, Gewandtheit und verblüffenden Taktik ihrer Reiter bald ganz Európa in Angst und Schrecken versetzten. Doch bereits der staatsgründende König István I. er-mahnte zu Beginn des 11. Jh. seinen Sohn Imre, an seinem Hof die auslandi-schen Ankömmlinge wohlgesinnt zu beschützen und zu schatzen, auf dass sie sich lieber bei ihm als anderswo aufhal-ten und wohnen. Die Fremden würden
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