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Prolog, Mai 1989
Das Haus wirkte verlassen. Antonia merkte es sofort, nachdem sie aufgeschlossen hatte. Sie drückte die Haustür auf, und die Gummileiste, die Zugluft abhalten sollte, schabte laut über den gefliesten Flur. Normalerweise war Monique in der Küche, wenn Antonia von der Arbeit kam, putzte Gemüse und hörte Radio. Doch heute waren keine Geräusche zu vernehmen.
»Hallo, Monique. Wo bist du?« rief Antonia und warf im Vorbeigehen einen flüchtigen Blick ins leere Wohnzimmer.
Die Küche war ebenfalls verlassen und ordentlich aufgeräumt. Ein Berg Post lag auf dem Tisch. Antonia sortierte schnell die an sie adressierten Briefe aus. Nichts Interessantes dabei. Sie hatte bemerkt, daß ein Umschlag aufgerissen und der Brief an Monique wieder ordentlich gefaltet zurückgesteckt worden war. Antonia konnte sich vorstellen, wie enttäuscht ihre Schwester gewesen sein mußte. Sie wartete immer noch jeden Morgen auf einen Brief von John. Aber nach einem kurzen Blick auf den Absender wußte Antonia, daß Monique auch an diesem Morgen wieder einmal vergeblich auf ein Wort von ihm gehofft hatte. Schwestern haben nicht viele Geheimnisse voreinander, dachte sie, vor allem, wenn sie zusammen wohnen.
Monique war weder im Kräutergarten noch hinter dem Haus, obwohl sie offenbar im Garten gearbeitet hatte. Von dem kleinen Feuer am entlegenen Ende des Rasens stieg noch Rauch auf. Antonia fand es seltsam, daß Monique ausgerechnet da ein Feuer gemacht