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Der 1kg hatte mit Sonnenschein begonnen. Es war ein ganz normaler Dienstag im Juli. Am Nachmittag hatte der Himmel sich bezogen und es war schwül geworden. Alle hatten damit gerechnet, daß das Gewitter am frühen Abend niedergehen würde, aber auch jetzt, kurz vor elf Uhr in der Nacht, lag es noch immer in der Luft und narrte die Menschen, vor allem die wetterfühligen.Auf Max Kronbeck übten Gewitter, besonders wenn sie knapp vor der Entladung standen, eine euphorisierende Wirkung aus. Ein merkwürdiges Kribbeln meldete sich in der Magengegend, und wenn er dann tief einatmete, hatte er das Gefühl, sich weit zu öffnen und ihm war, als könnte er die ganze Welt umarmen. Dabei war es eigentlich nur Anne, die er umfassen, in die er eindringen, mit der er dieses Hochgefühl gemeinsam erleben wollte. Aber Anne fürchtete sich vor Blitz und Donner und konnte, wenn ein Gewitter ewig nicht vorüberziehen wollte, regelrecht in Panik geraten. Sex und Gewitter waren für sie zwei Begriffe, die so wenig zusammenpaßten wie Feuer und Wasser, obwohl sie grundsätzlich und bei anderer Wetterlage nicht wenig Spaß an ersterem hatte.Seit ihrer Heirat vor zweiundzwanzig Jahren träumte Max nun schon davon, einmal während eines Gewitters mit Anne zu schlafen, und wenn man es genau nimmt, währte dieser Traum noch länger, denn sie hatten sich drei Jahre vor der Hochzeit kennengelernt, und da hatte es auch schon das eine oder andere Gewitter gegeben.