Bővebb ismertető
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Vorwort der Herausgeber
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Foto: Andres Kaher! G.Ä.F.E
Selten hört man Ostdeutsche so lebendig und begeistert erzählen wie bei der Schilderung der Wende. Jene Zeit vom Herbst 1989 bis zum Frühjahr 1990 gilt vielen als die spannendste ihres Lebens. Das hat nicht nur mir der Euphorie des Aufbruchs nach Jahren der Scagnacion zu tun, mit der Durchsetzung lang ersehnter demokratischer Freiheiten, sondern mit der konkreten Erfahrung, selbst etwas bewirken zu können und politisch ernst genommen zu werden. Einmal aus der schweigenden Mehrheit herausgerrecen und offenen Widerspruch gewagt, konnte man schnell die Uncerscützung Gleichgesinnter finden und die Mächtigen in die Knie zwingen. Egal, ob es um die Absetzung eines Betriebsdirektors oder eines Bürgermeisters ging, um die Umwandlung einer Parceizentrale in ein Krankenhaus oder die Schließung einer umwelcvergifcenden Fabrikanlage, um die Rettung abrißbedrohcer Altbauten oder die Encmachtung des Geheimdienstes - alles war möglich, und von niemandem ließ man sich mehr einschüchtern. In dem lautstarken Ruf „Wir sind das Volk" bündelte sich das neu gewonnene Seibscbewußtsein. Nicht mehr die Politiker be-
stimmten, wo es langgeht, sondern die Menschen auf der Straße.
Als der Ostdeutsche Rundfunk Brandenburg 1994 den ersten Teil der „Chronik der Wende" verfilmte und dafür Zeiczeugen suchte, gab es ein lebhaftes Echo. Das war auch 1998/99 so, als die zweite Staffel produziere wurde. Bei der Erinnerung an die Zeit vor zehn Jahren fingen viele Augen wieder an zu leuchten. Dies war uns Anlaß, die interessantesten Geschichten der damaligen Akteure - die in den filmischen Kalenderblättern oft nur angedeutet werden konnten -noch einmal zusammenzutragen und sie mit markanten Fotos aus der Zeit zu kombinieren. Jenseits der reinen Fakcendokumentation, wie sie in der Texcausgabe „Chronik der Wende" enthalten ist, ging es vor allem darum, das subjektive Erleben der Beteiligten noch einmal lebendig werden lassen, denn es gibt viele gute Gründe, sich an diese einmalige Zeit in der deutschen Geschichte immer wieder zu erinnern.
Christoph Links/Hannes Bahrmann Berlin, im Juli 1999