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Vorwort
Genau wie ihre zahlreichen Altersgenossen aus der »realen Welt« dieser Tage, entdeckt auch die 15jährige Biggi in Volkmar Röhrigs zweitem Jugendroman auf zunächst eher spielerische Weise das Symbol, das auf der ganzen Welt Solidarität mit HIV-Positiven und Aids-Kranken ausdrücken soll. Auch sie steckt sich die kleine Satinschleife an, die rot ist wie die Liebe, als Zeichen des Mitgefühls und der Verbundenheit mit den Betroffenen. Rot wie Blut, stellvertretend für den Schmerz über die vielen Toten, die das HTV-Virus bereits gefordert hat. Und rot wie die Wut über die Hilflosigkeit, mit der die Menschheit einer Krankheit gegenübersteht, für die es bis zum heutigen Tag keine Aussicht auf Heilung gibt. Die Signalwirkung der Farbe Rot verkörpert zugleich aber auch die Warnung vor der leichtsinnigen Mißachtung eines der größten Probleme unserer Zeit. Sicherlich wird ein simples Symbol wie das Red Ribbon dieses Problem nicht aus der Welt schaffen oder gar lösen. Doch es kann dazu beitragen, ein vielfach gemiedenes Thema aus der Verbannung in sogenannte Hauptbetroff enengruppen zu lösen und in die Köpfe eines jeden zu holen. Biggis Geschichte zeigt, daß dies ein bisweilen langwieriger Prozeß sein kann.
Stephan Heimbecher
RED RIBBON DEUTSCHLAND