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BETTINA
Das Glttdc aller ist das meine, auf aller Dasein ist das meine gegründet.
Bettina
Vor hundert Jahren war die Frau, der dieses Lesebuch gewidmet ist, in Berlin, in Deutschland und über dessen Grenzen hinaus eine bekannte Persönlichkeit. Ihr Buch „Goethes Briefwechsel mit einem Kinde11 hatte Bettinas literarischen Ruhm begründet. Einzigartig aber war ihr Ruf als Helferin der Unterdrückten und Armen, einzigartig ihre Aufdeckung des sozialen Elends in der Zeit des Vormärz, ihr Eintreten für die revolutionären Freiheitsbewegungen durch Wort und Tat. „Alle Kriege gegen Volksempörung sind frivol", sagte sie. Ihr Name bedeutete Stellungnahme und Programm. Heute ist die ehemals so populäre Schriftstellerin immer noch weiten Kreisen unbekannt. Seit der von ihr selbst redigierten Gesamt-Ausgabe ihrer Werke von 1853 sind Bettinas Schriften nur noch einmal herausgegeben worden: im Jahre 1921, als man von Bettinas politischer Betätigung und ihren publizistischen Schriften noch wenig wußte, weil diese Teile ihres Werkes von ihren Nachkommen der Veröffentlichung entzogen worden waren. Erst im Jahre 1929, als einer der Erben Geld brauchte, kamen diese Schriften durch eine freiwillige Versteigerung ans Licht.
Damals erschienen Auktionskataloge, die noch heute für große Abschnitte von Bettinas Wirken unsere einzige Wissensquelle sind. Der wertvolle Nachlaß wurde in alle Winde zerstreut: das Shdanow-Wort wurde hier buchstäblich wahr — „die Bourgeoisie ließ das literarische Erbe zerflatternEs wäre die Pflicht eines Kulturstaates gewesen, diesen wertvollen literarischen Nachlaß in Allgemeinbesitz des Volkes zu bringen. Aber dazu fehlte der Weimarer Republik 1929 angeblich das Geld: zum Bau von Panzerkreuzern war es vorhanden. Der größte Teil der Manuskripte wurde an Privatleute und Händler verkauft, vieles kam ins Ausland, und nur ein kleiner Teil wurde Eigentum öffentlicher Archive. Obwohl seit dieser unglückseligen
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