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To bc barbadosed, von der Themse indie Tropen verbannt zu werden - vielschlimmer konnte es für englische Dis-sidenten des 17.Jhs. kaum kommen,einmal abgesehen von der Axt desScharfrichters. Barbados irgendwo imfernen Westindien war damals nichtsweiter als eine Kolonie der Vogelfreien.Aber das Bild änderte sich rasch undgründlich: Dank des florierenden Zuk-kergeschäfts wurden aus DesperadosGentlemen, aus Flüchtlingen Planta-genfursten. Und über keiner anderenAntilleninsel wehte danach länger derUnion Jack, nirgendwo sonst kulti-vierten die Pflanzer so ungestört ihrenLebensstil nach Kolonialherrenart. Bar-bados, ein karibisches Little Eng-land"? Der Vergleich scheint stimmig:Rote Briefkästen von Folkestone bisHastings, Linksverkehr am TrafalgarSquare, Kricket und Pferderennen -veiy British, isn't it?So hübsch sich das gern zitierte Kli-schee vom sonnigen Kleinbritannienauch anhören mag, es bleibt bestenfallsdie halbe Wahrheit. Schon 1673 lebtenmehr Afrikaner als Briten auf der Insel.Als Sklaven mißbraucht, schufen sieund ihre Nachkommen die Basis fürden späteren Wohlstand. Ihre Herkunftverliert sich im Dunkel der Geschichte,wenngleich einige Konturen unver-kennbar geblieben sind: Der Rhythmusdes Calypso, das Aroma von cou-couund conkies, der weiche Klang desBajan English. Barbados heute - das isteine offene kreolische Gesellschaft mitmultikulturellem Touch. Während sichdie alten Gegensätze zwischen Schwarzund Weiß auflösen, gehen von US-Fernsehen und Tourismus völlig neueImpulse aus. Was immer das Wesenvon Barbados in Zukunft ausmachenwird, eines steht fest: Ein paar Wochenbarbadisiert" zu werden, empfindetgarantiert niemand mehr als Strafe!Der AutorRobert Möginger(geb. 1964) war nachdem Studium imManagement einesTouristikunternehmenstätig. Als freier Reise-journalist schreibt erheute am liebsten überseine Spezialgebiete inder Karibik, Lateiname-rika und Spanien.