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VORWORT
Ich habe Amos schon imtucr gerne mil den Siebenmeilensiiefeln der Miirchen verglichen: sie waren die erste Vorstellung davon, dem Menschen die nnihclose Bewältigung großer Strecken zu erniöglichen. Selbst schon die einfuchsten frühen Autos sielllen eine gewallige Befreiung dar. Und eben diese Fähigkeit schuf das Bedürfnis und den Wunsch nach Autos. Und ich sage es ganz offen, dies isi für uns. die wir Auios lieben und auch von ihrem Bau und ihrer Nutzung leben, eine groBe Befriedigung.
Giinz ohne Zweifel ist diese machtvolle Symbiose von Mensch und Maschine ein Grund dafür, warum so viele Auios nach ihren Konstrukteuren oder Herstellern benannt sind. Vv'enn Sie nur einmal durch die Seilen dieser Enzyklo-püiiie der Autos blättern, werden Sie selbst enidecken.daßdiese bei weitem in der Überzahl sind.
Nicht, daß es irgendeine Vorschrift gäbe, die bestimmen würde, daß Autos nach den Männern. die sie erdacht und konkretisiert haben, benannt werden müßten. (Übrigens wüßte ich keinen einzisen Fall, wo dies tatsächlich stau
Männern Krauen gewesen wären!) Aber schon Benz und Daimler an den Anlangen haben diese Mode (oderTntdiiion) begonnen. Daß ihnen so viele darin folgten, mag ebenso dem menschlichen "EgO" entsprechen wie aber auch der reinen Rationalität zuzuschreiben sein.
Viele der so entstandenen »klassischen« Namen von Automarken erscheinen uns - im nachhinein gesehen - dabei ganz wunderbar treffend und passend. Nehmen wir Chrysler. Cord iKler Duesenberg. Auch Ferrari klingt schon nach donnerndem Auspuff - auch wenn es nur eigentlich »Schmicd« auf italienisch bedeutet.
Und was geineinsame Anstrengungen angeht, so hat wohl die unübertreftliche Kombination der Namen von C. S. Rolls und Henry Royce nicht ihresgleichen. Ich erinnere mich dabei an die Anekdote, daß der Bindestrich von Rolls-Royce den unermüdlichen Sekretär der beiden. Claude Johnson, bedeute
Kurz. Autos nach ihren Konstrukteuren oder Herstellern zu benennen, ist bis auf den heutigen Tag Übung geblieben. Unter den neueren sind da meiner Meinung nach DeLorean und Honda zu nennen, die beide schon dem Klang der Namen nach anderen wie Tucker oder Brick-lin überlegen sind.
Es gab auch immer w ieder Probleme der zweiten Generationen durch die produktiveren/ kreativeren Autokonstrukteure. Meistenteils lösten sie diese aber ganz geschickt. Ransom E. Olds beispielsweise baute den Reo (R-E-0). nachdem er Oldsmobile bei General Motors
zurückgelassen hatte. Harr)' C. Stutz dagegen war. nachdem er die seinen Namen tragende Marke verlassen hatte, mil HCS wenigererfolg-reich. August Horch versuchte es bei seinem zweiten Anlauf mit Audi, was nur die lateinische Übersetzung seines Namens («horch!«) war. Und William C. Durant wiederum konnte erst ein Auto mit seinem eigenen Namen bauen, nachdem er den Konzern, den er selbst gegründet hatte - Ceneral Motors -. verlassen hatte.
Andere Autobauer legten dagegen ganz erstaunliche Bescheidenheit an den Tag. Sowohl Cadillac oder Lincoln hätten auch den Namen der Leland-Brüder tragen können, die beide Marken aufden Markt brachten. Und wenn wir auch nichts gegen Cisiiaiia haben: wäre Dusio nicht doch der bessere Name gewesen?
Am seltensten vermutlich sind die Autona-mcn. die Vornamen oder erfundene Namen tragen. Das reicht vom Sublimsten (Mercedes) bis zum Lächerlichen (Henry J). Nicht zu vergessen Edsel, eine - nicht gute - Verbeugunf vor jenem Mitglied der Familie Ford, das das beste Auge für Design hatte. Oder Doretti. ein von Dorothy abgeleiteter Name, wobei letztere wohl eher als Inspiratorin denn als Konstrukteu-rin anzusehen ist. Emil Jellinek war der Unternehmer. der das von Daimler gebaute Produkt nach seiner Tochter Mercedes benannte. Mil seinem zweiten gleichartigen Versuch war er freilich sehr viel weniger erfolgreich. Seine in Osterreicli gebaute Maja war zwar ein gutes Auto, aber CS hatte keine Überlebenschance.