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Schäfchen der katholischen Kirche das verderbhche Schrifttum nennt, an dem es nicht knabbern darf, wenn es sein Seelenheil nicht in Gefahr bringen will, das aber demjenigen, das nicht in dieser Herde weidet, Gelegenheit zu vielen mimteren Seitensprüngen bietet. Wir sind sittsam und tun das keineswegs, machen einen großen Bogen um die lasterhaften Werke des Rabelais und des frechen Aretin, um die Erinnerungen Casanovas, des Wüstlings, die lüsternen Verserzählungen Lafontaines, um den frivolen Spötter Dulaurens und was da an verbotenen Früchten noch locken mag. Hinweg mit ihnen!
Auf Seite 376 nimmt Pater Hilgers, der diese Verbote imd die der verderblichen Schriftsteller Heine und Flaubert, Balzac und Stendhal im stillen Gebet billigt, mit scheinheiligem Augenaufschlag gegen das Soziahstenge-setz Stellung, durch das von 1878 bis 1890 an die zweitausend Druckwerke in Deutschland verboten worden sind. Die losesten Sachen und die gottlose Philosophie seien unbeanstandet geblieben, während man unbilüger-weise populäre sozialistische Schriften unterdrückt habe. Li der Tat figuriert zum Beispiel Das Kapital von Karl Marx zu unserem eigenen Erstaimen nicht auf den ersten Verbotslisten, Friedrich Engels ist dagegen schon mehrfach vertreten. Die Liste des schädlichen U7id unerwünschten Schrifttums, wie sie — „Streng vertraulich! Nur für den Dienstgebrauch!" —, zweihundert Seiten stark, sechzig Jahre nach Bismarcks Erlaß von den braunen Untieren herausgegeben wurde, war allerdings wesenthch konsequenter : „Marx, Karl: Sämtliche Schriften von und über" steht da kurz und bündig.
Unser Pater kannte zwei Kataloge, die die vom Sozialistengesetz verbotenen Drucke zur Warnung der Mitwelt verzeichneten: einen von Dr. L. Brandt aus dem Jahrl882 und den von dem Königlichen Polizeisekretär Otto Atzrott