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EINFÜHRUNG
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Die meisten deutschen Schriftsteller des 18. Jahrhunderts werden von unsrer Bildung nur insoweit gekannt und geschätzt, als sie die Kultur, aus der sie alle doch noch herkamen, die letzte große Gesamtkultur des Barock, in sich überwanden und in Kampf und Widerspruch von ihr den Abfall vollzogen. Unwillkürlich wird der Sinn jener ganzen Epoche nur nach den Zielen gewertet, die man wesentlich erst im 19. Jahrhundert erreichte: Klassik und Romantik mit ihrer höchsten Krönung im Gesamtwerk Goethes erscheinen als das, wozu alle andern vorangehenden Tendenzen und Strebungen eigentlich aufgebrochen waren — dem 18. Jahrhundert als solchem billigen wir kaum einen Eigenwert zu, dessen literarische Verkörperung uns noch eine Erfüllung bedeuten könnte.
Es liegt wohl an dieser seltsam fortschrittsgläubigen Sicht, daß eine Gestalt wie die von Wilhelm Heinse noch keine rechte Deutlichkeit für uns gewinnen konnte, noch keine wirkliche Einordnung in unsre Geistesgeschichte fand, ja daß der Name Heinse, vage vom Schein eines angeblichen Immoralismus umspielt, den meisten etwas Unbekanntes, Ungewußtes deckt; obgleich seit Jahrzehnten die Voraussetzungen für eine umfassende Kenntnis gegeben wären, da das gesamte Werk mit Briefen und Tagebüchern in der vortrefflichen Ausgabe des Insel-Verlags vor aller Augen liegt. Denn allerdings ist Heinse weder der Klassik nodh der Romantik zuzuordnen, geht weder im einseitigen Rationalismus der Aufklärung noch im Gefühlsüberschwang des Sturm und