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AUGUST SANDER
Kölner Jahre bis 1938
Köln ist vieles. Kulturstadt, Museumsstadt, Stadt der Römer, Stadt des Domes, Stadt der niederrheinischen Romanik. Und nicht zuletzt Fotostadt Hier hat die Deutsche Gesellschaft für Photographie ihren Sitz. Das größte Fotomuseum Deutschlands wird zur Zeit eingerichtet. In der Fachhochschule für Kunst und Design steht die Sparte „Fotografie" an hervorragender Stelle. Und alle zwei Jahre wieder gibt es die „photokina". 1982 zum 17. Mal. In diesem „photokina"-Jahr wollen wir eines Fotografen gedenken, der vor allem durch seine Porträtfotografie Weltruhm erlangte: August Sander. Sein Sohn Gunther hat für uns in den alten Archiven gesucht. Es sind darin nicht nur Porträts enthalten. Sondern eine große Anzahl meisterhaft gestalteter Aufnahmen aus dem Vorkriegs-Köln. Wir haben einige davon in diesem Fotoband zusammengetragen.
Es ist nicht die erste Veröffentlichung über unser „altes" Köln. Und es wird nicht die letzte sein. Aber wir vom Verkehrsamt haben einen Hintergedanken dabei. Und der zielt auf unser neues Köln. Viele von uns, die meisten sogar, haben ein Faible für Vergangenes. Wie schön war es doch, unser Köln. Wie intim auf vielen Plätzen, wie gemütlich in den Vierteln, wie friedlich in den Straßen. Wer gerät nicht in romantische Schwärmerei beim Betrachten der alten Brücken, Häuser, Autos, Schiffe, Mode, Geschäfte.
Aber: Wäre diese Stadt lebensfähig geblieben? So, wie sie damals war, auf heute übertragen? Köln ist anders gewachsen als beispielsweise Paris, London, Rom. Sie war nicht Residenz mit Prachtalleen und weiten Plätzen. In den Stadtmauern war wenig Platz. Der Boden war teuer. Zu teuer für breite Straßen und Luxusbauten. Fazit: Verschachtelte Häuser, vor allem im Centrum. Manch eine Straße, die kaum 200 Meter geradeaus ging. Viele enge Gassen.
Was würde das heute bedeuten? Auf den Straßen kein Vor und kein Zurück mehr für Autos, Busse, Bahnen. - Der letzte Krieg war schrecklich. Er hat zerstört, was unwiederbringlich ist. Aber das ist die Kehrseite: Ohne ihn hätten wir heute modernisieren, die Breschen schlagen müssen. Den Ostwestverkehr zwischen Deutzer Brücke (früher Hindenburgbrücke) und Hahnentor gab es nur in der Planung. Heute sind die Straßen breit, müssen es sein. Die Nord-Süd-Fahrt geht quer durch das alte, gewachsene Köln. Hätten wir sie nicht, kämen wir morgens nicht hinein und abends nicht heraus aus der Stadt Auch die U-Bahn haben wir bitter nötig. Sie hätte, in dieser Art und Großzügigkeit, nicht unter das alte Köln gebaut werden können.
Bleibt nur zu sagen: Erfreuen wir uns noch einmal an dem Köln, wie es der berühmte Fotograf August Sander zwischen 1925 und 1938 sah. Er hat es verdient, daß wir ihm dieses Denkmal setzen. Und freuen wir uns darüber, daß wir heute leben, in unserem schönen, alten neuen Köln.
Ihr VERKEHRSAMT DER STADT KÖLN
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