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Vorwort
Mit welchem Recht wird der Aufstand im Osten als ein Erfolg der westlichen Wirtschaft gefeiert? Die Probleme hierzulande sind nach wie vor ungelöst. Wo bleibt unser Aufstand gegen eine lebenszerstörerische Wirtschaft? Er fällt uns schwerer, weil wir es damit politisch leichter hätten, nämlich nur unser eigenes Wohlstandsverhalten ändern müßten. In der Auflösung der bisherigen Konfrontation aber liegt nun die Chance, gemeinsam neue Wege zu gehen, nicht unsere alten.
Dieses Buch handelt davon, warum die Umweltzerstörung fortschreitet, obwohl die Folgen im wesentlichen bekannt sind. Die Antwort ist, daß wir nicht nur im Handeln falschen Interessen folgen, sondern falsch denken, befangen in einer unvollendeten Aufklärung. Es gilt die Vernunft vor einer unvernünftigen Rationalität zu retten. Dies geschieht durch die zusätzliche Aufklärung über die Naturzugehörigkeit des Menschen und den Sinn unseres Lebens im Ganzen der Natur. Meine These ist, daß der ahe Gegensatz zwischen Natur und Kultur heute irreführend ist, weil Kultur der menschliche Beitrag zur Naturgeschichte sein soll, in PoHtik und Wirtschaft wie in der Kunst. Eine Welt mit Menschen kann schöner und besser sein als eine Welt ohne Menschen, wenn der Eigenwert der natürlichen Mitwelt im Ganzen der Natur geachtet wird. Die anthropozentrische Ethik muß dazu durch eine hohstische überwunden werden, in der wir wissen, was wir dafür schuldig sind, daß wir von anderem Leben leben.
Der naturphilosophische Ansatz hat politische Konsequenzen. Für den einzelnen plädiere ich dafür, einer lebensbedrohenden Wirtschaft nicht zuerst die politische, sondern die wirtschaftHche Akzeptanz zu entziehen, nämlich durch den gewaltlosen Aufstand der Konsumenten, alle gemeinsam und jeder für sich. Wir werden dazu bewegt, wenn die Zerstörung der Lebensgrundlagen nicht mehr durch die Verkümmerung unserer Sinne abgeschirmt wird.
Fraglich werden dann aber auch wesentliche Elemente unserer Verfassung, sogar die bürgerliche Form des Privateigentums. Ich schlage vor, der Sozialpflichtigkeit des Eigentums in einer künftigen deutschen Verfassung die Naturpflichtigkeit an die Seite zu stellen. Die Menschheit ist keine geschlossene Gesellschaft, sondern auch