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Gaukelspiel im Meeresnebel
Nach dem Regen fegte kurz und kühl und frisch der Wind herbei. In der Ferne verschwamm der Horizont in einem grauen Tuch. Die See waberte unter der fahlen Sonne, und der Tag stand an der Schwelle eines Umschwungs, der vom Meer heranzog. Schweigend erwarteten See und Ufer die Verwandlung. Keine Flosse, kein Flügelschlag durchbrach die gestaltlose Weite der Küste. Dünen und Marschland wichen dunkel zurück vor dem trübgelben Licht.
Der Strand lag still wie stets während der Flut. Das Wasser überdeckte die Jagdgebiete; und Priele und Strudel, die der See sonst Leben gaben, blieben reglos und schlaff. Möwen und Seeschwalben waren auf ihren Sandbänken eingenickt. Einsam trieb eine Ente dahin, ein winziger Fleck im Unendlichen. Wie ein schwarzer Fels ragte der Kopf eines Seehunds aus den Fluten. Ein Fuchs, versteckt zwischen den Büschen der Strandpflaume, gähnte und sehnte die Nacht herbei, in der er Wasservögel jagen konnte.
Eine einzelne Möwe, ein Männchen, schwang von Süden heran und durchbrach die Stille. Ruckartig peitschten seine geschwungenen Flügel, nicht anmutig und elegant, doch kraftvoll entschlossen. Unbeirrbar zog er seine Bahn über Sand und See. Sein rechter Flügel war in der Beuge nach unten geknickt und ließ ihn eigentümlich unbalanciert erscheinen. Dem großen Möwenschwarm, der auf der Sandbank schlummerte, schenkte er keine Beachtung und flog stetig weiter, als einige der Vögel ihm fragende Rufe nachschickten. Er tauchte in grelles Lichtgeflimmer, schwang wieder hervor und warf einen blassen Schalten auf die farblos eintönige See. Vor sich erkannte er den letzten Ausläufer einer langen Sandbank: hier endete das Land, hier begann das weite und tiefe Meer. Während er dahinglitt, dunkelte der Horizont. Zwei Strömungen, die eine warm, die andere kalt, stießen ein Stück vom Ufer entfernt gegen-