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Ein Mailänder Künstler
Bernardino Luini, Portrait Biagio Arcimboldoi (links)
Arcimboldos Vater
gio entstammte einer Malerfamilie. Seit 1518 war er an der Fabbrica des Mailänder Doms beschäftigt; ebenso wie sein Sohn von 1548 bis 1558. Bernardino Luini, der berühmte Maler der Leonardo-Nachfolge, portraiderte seinen engen Freund Biagio bärtig mit edlen Gesichtszügen in strengem Profil.
In dieser Selbst-portraitzeichnung inszeniert sich Arcimboldo im Alter von ca. 40-45 Jahren streng frontal — ähnlich wie sich Dürer als Christus gemalt hatte — mit feinen Gesichtszügen und in eleganter Kleidung. Nur die Kappe und der eher kreativen Menschen eigene Ausdruck von Melancholie verweisen auf sein Künsdertum.
Als Meister der Täuschung und, um an Roland Barthes großartigen Essay zu erinnern, als Rhetoriker und Magier, wurde Arcimboldo im 20. Jahrhundert neu entdeckt und in der 1987 in Venedig gezeigten Ausstellung „The Arcimboldo Effect" als Vorreiter der Moderne zelebriert. Er hätte doch bereits jene Exzentrik zur Schau gestellt, die dann die Kunst des 20. Jahrhunderts so liebte. Als 1526 in Mailand geborener Künstler gelang Arcimboldo durch die Berufung an den Hof der Habsburger in Wien und Prag eine einzigartige Karriere als Hofkünsder. Er blieb fast 25 Jahre in Diensten zweier Kaiser, wurde geadelt und sogar zum Pfalzgrafen erhoben. Sechzigjährig in seine Heimat zurückgekehrt, sorgte er selbst für seinen Nachruhm. Befreundeten Humanisten wie Paolo Morigia, Giovanni Paolo Lomazzo und Don Gregorio Comanini erzählte er von seinem Leben und vielseitigen Wirken am Hof.
Selbstportrait, um 1571-1576
In diesem „Papierkopf', bei dem Gesichtszüge, Haar- und Barttracht, Ohr, Halskrause sowie Umhang aus Papierblättern, -streifen und -rollen geformt bzw. „geknüllt" sind, soll man Arcimboldo wohl als belesenen, kultivierten Hofmann interpretieren. Die Jahreszahl 1587 unter der Halskrause rechts dokumentiert seine Rückkehr nach Italien und die auf der Stirn lesbare Zahl 61 sein damaliges Alter.