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E. Sangmeister - Archäologische Nachrichten aus Baden 1985/Heft 35 [antikvár]
 
W Mähling Eine neolithische Siedlung im nördlichen Markgräfler Hügelland Es gibt eine nicht geringe Anzahl von neolithischen Siedelungsplätzen im nördlichen Markgräfler Hügelland, die zwar nur aufgrund von Oberflächenfunden mit heterogener Struktur bekannt geworden sind, deren Analyse jedoch auch zur Aufhellung von siedelungshistori-schen Vorgängen beitragen könnte. Dabei ist der Hinweis auf einige technische Details des Materials nicht ohne Interesse. Die verschieden-zeitlichen Siedelungen liegen zwischen Schwarzwald und...
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W Mähling Eine neolithische Siedlung im nördlichen Markgräfler Hügelland Es gibt eine nicht geringe Anzahl von neolithischen Siedelungsplätzen im nördlichen Markgräfler Hügelland, die zwar nur aufgrund von Oberflächenfunden mit heterogener Struktur bekannt geworden sind, deren Analyse jedoch auch zur Aufhellung von siedelungshistori-schen Vorgängen beitragen könnte. Dabei ist der Hinweis auf einige technische Details des Materials nicht ohne Interesse. Die verschieden-zeitlichen Siedelungen liegen zwischen Schwarzwald und Rhein, im jurassisch-tertiären Hügelland, der sogenannten Vorbergzone. Man würde sie hier nicht ohne weiteres erwarten, da die ökologischen Bedingungen des Klimas und der Böden wesentlich weniger ansprechend sind als in bevorzugten, stark besetzten Siedelungsgebieten der Rheintalzonen (Tuniberg, Kaiserstuhl). Das zentrale Hügelland wird neben lößbedeckten Flachzonen von einer Kette tertiärer, bewaldeter Anhöhen, langgestreckten Bergrücken und anschließenden jurassischen Horsten mit noch nicht sehr starker Reliefenergie bestimmt (ca. 350-450 m NN). Gegen Süden geöffnete weite Talwannen und breite Talkessel geben dieser Teillandschaft ihr charakteristisches Gepräge. Zwischen Vögisheim im Norden und Riedlingen im Süden herrscht ein noch mildes Klima mit Temperaturen von 9,3-9,5° C und Regenmengen bis ca. 800 mm im Jahresdurchschnitt. Durch zahlreiche Quellen und verzweigte Bachläufe hat das Hügelland eine sehr günstige Wasserversorgung. Seine Bodenarten bestehen in einer breiten Zone aus ertragreichen, aus Löß entstandenen Parabraunerden, die mit einfachen landwirtschaftlichen Methoden kultivierbar und daher auch einer bäuerlichen Bewirtschaftung im Neolithikum zugänglich gewesen sind. Es ist deutlich zu erkeimen, daß im Zuge der bäuerlichen Erstbesiedelung des Hügellandes seit der mittel- bis jungneolithischen Zeit siedelungsgeographisch besonders günstige Teilräume (Siedelungskammern) mit anbaufreundlichen Böden, Quellen und Bächen aufgesucht worden sind, wenn zugleich die Möglichkeit bestand, sich in Schutzlage auf mehr oder minder isolierten Anhöhen (wie z. B. dem Hagschutz bei Niedereggenen), oder auch abgeflachten Höhenrücken, wie in Mauchen oder Liel, anzusiedeln. Einer dieser jung- bis endneolithischen Siedelungskomplexe liegt in der Bergregion zwischen Liel und Riedlingen. Die plateauartige Anhöhe war fiir kleinere, bäuerliche Anwesen mit Getreideanbau und ergänzender Viehzucht durchaus geeignet. Unverkennbar ist die zwar offene, aber ausreichende Schutzlage. Während der neolithischen Feuchtphase (die zur Bronzezeit abklingt) wird, entsprechend der Höhenlage und der Bodenverhältnisse, ein lichterer Laubmischwald mit Eiche, Ulme, Linde, Esche, Ahorn und Haselgebüschen vorhanden gewesen sein. Die dichter bewaldeten weiten Talzonen waren mit Pappeln, Erlen und Weiden bestockt. Durch Brandrodung oder Kahlschlag, der mit den verfügbaren Steinbeilen möglich war, mußte der ausgewählte Platz freigemacht und durch Beweidung der Randwaldgebiete die Anbauzonen freigehalten werden. Den Getreideanbau belegen die zahlreichen Reste von Granitmahlsteinen. In welchem Umfang und Verhältnis Bodenbau und Weidewirtschaft betrieben worden sind, entzieht sich einer Beurteilung. Umwelt und Tradition mögen die Betriebsweise bestimmt haben. Ein Wechsel der Anbauflächen - nach Erschöpfung der Böden -konnte durch neuerliche Rodung, ohne Verlegung des Gehöfts, in den Zonen der langgestreckten Anhöhe ohne Schwierigkeiten vor sich gehen. Streufunde, wie Silexartefakte, weisen auf eine größere Ausnutzung der Umgebung der Siedelung. Im allgemeinen hält man eine Bewirtschaftung der Felder, ohne spezielle Düngung, im Jungneolithikum bis zu etwa 40 Jahren für möglich.

Termékadatok

Cím: Archäologische Nachrichten aus Baden 1985/Heft 35 [antikvár]
Szerző: E. Sangmeister , G. Fingerlin W. Mähling
Kiadó: Förderkreis für die ur- und frühgeschichtliche Forschung
Kötés: Tűzött kötés
Méret: 170 mm x 240 mm
E. Sangmeister művei
G. Fingerlin művei
W. Mähling művei
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