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Abb. 1: Jechtingen, Kreis Emmendingen. Gefäßbeigaben aus dem Gräberfeld.
R. Dehn
Ein Gräberfeld der Rössener Kultur von Jechtingen, Gemeinde Sasbach, Kreis Emmendingen
Im letzten Jahrzehnt ist mit den großflächigen Rebflurbereinigungen im weiteren Breisgau eine Veränderung des Landschaftsbildes vor sich gegangen, die in diesen Ausmaßen für ein rein landwirtschaftlich genutztes Gebiet wohl einmalig sein dürfte. Neben diesen großen Verfahren, die vor allem in die Hang- und Kuppenlagen eingriffen, führte auch die Umwandlung von Acker- und Grünland in Rebflächen im Bereich der Siedlungsanlagen am Rande der flachen Talwannen des Kaiserstuhls zur Gefahrdung zahlreicher Siedlungsstellen und Gräberfelder durch den tiefgreifenden Rigolpflug. Beide Vorgänge haben zu zahlreichen Entdeckungen von Bodendenkmalen gefuhrt, die, wenn auch nur ein geringer Teil davon systematisch untersucht werden konnte, in ihrer Summe in einem vorher nicht vorstellbarem Maße unsere Erkenntnis vom Ablauf der Besiedlungsgeschichte in diesem doch seit Jahrzehnten überdurchschnittlich gut denkmalpflegerisch betreuten Raum entscheidend verändert haben. Als Beispiel hierfür mag das 1973 bei Rigolarbeiten entdeckte jungsteinzeitliche Gräberfeld der Rössener Kultur von Jechtingen stehen, das bis 1976 untersucht werden konnte und das bis heute nicht nur das einzige vollständig ergrabene Gräberfeld dieser Zeitstellung, sondern auch das größte in Südwestdeutschland darstellt.
In einem hangparallel verlaufenden Streifen von 100 x 30 m konnten im Zuge der Grabungen insgesamt 105 Bestattungen geborgen werden. Ein Teil der Gräber war bereits vom Tiefpflug gestört, weitere 15 bis 20 Gräber werden der bisherigen landwirtschaftlichen Nutzung schon zum Opfer gefallen sein. Das Gräberfeld dürfte somit ursprünglich etwa 130 Bestattungen umfaßt haben.
Dieser steinzeitliche Friedhof macht einen sehr einheitlichen Eindruck. Alle Toten sind in gestreckter Rückenlage in gleicher Ausrichtung bestattet, der Kopf liegt jeweils im Westen mit Blick nach Osten. Hinweise auf Särge oder besondere Grabeinbauten haben sich im Boden nicht erhalten, auch die Grabgruben waren teilweise im Übergangsbereich von Lößlehm zu anstehendem Löß nicht zu erkennen.