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W Struck
Archäologie in Südbaden aus der Vogelperspektive
Die immer großflächiger werdenden Eingriffe in die Landschaft, die oft zur vollständigen Vernichtung vor- und frühgeschichtlicher Kulturdenkmale führen, aber auch die schleichende Zerstörung durch den tiefreichenden Pflug besonders in der Rheinebene, zwingen die Archäologische Denkmalpflege zu immer rascherem Handeln. Wesentliche Entscheidungsgrundlagen liefern heute zahlreiche, zum Teil altbewährte, zum Teil sehr moderne Prospektionsmethoden. Eine schon lange bewährte ist die Erfassung der bekannten vor- und frühgeschichtlichen Fundstellen und ihre Überprüfung im Gelände, wie es bei der Listenerfassung in Baden-Württemberg geschieht und in Teilbereichen der in nördlichen Teilen Deutschlands durchgeführten klassischen Landesaufnahme nahe steht. Eine ebenfalls altbewährte, aber in Baden-Württemberg erst seit einigen Jahren durchgeführte Prospektionsmethode ist die Luftbildarchäologie. Sie wurde bereits im Ersten Weltkrieg entwickelt und seit den fünfziger Jahren vor allem in Bonn von L Scollar weiterentwickelt. Im Regierungsbezirk Freiburg wurde vor allem der Kaiserstuhlbereich von dem ehrenamtlichen Mitarbeiter Peter Rokosch beflogen. Ihm verdanken wir zahlreiche wertvolle archäologische Neuentdeckungen, so unter anderem die vorher unbekannten Burganlagen von Vörstetten und Urloffen. Weitere Aufnahmen stammen von O. Braasch, Landshut, der seit 1978 Befliegungen auch unseres Raumes durchführte. Seit 1982 ist nun im Rahmen des Schwerpunktprogrammes „Denkmalpflege" der Landesregierung Baden-Württemberg Rolf Gensheimer mit der Erforschung Baden-Württembergs aus der Luft betraut.
Abb. 1: Endingen, Kreis Emmendingen. Der Kreisgraben hat einen Durchmesser von etwa 40 m.