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G. Fingerlin - Archäologische Nachrichten aus Baden 1982/Heft 28 [antikvár]

Archäologische Nachrichten aus Baden 1982/Heft 28 [antikvár]

G. Fingerlin, R. Dehn, T. Diez

 
T. Diez Hegaumuseum Singen Mit dem Bau der Eisenbahn entwickeke sich die Industrie. Sie schloß nicht an alte, größere Siedlungen an. Sie folgte ihren eigenen Wachstumsgesetzen. So kam es, daß Singen sehr rasch aus einem einfachen Hegaudorf das Industriezentrum des westlichen Bodenseeraumes wurde. Die neuen Siedlungsschwerpunkte, wachstumsbedingt durch die Wirtschaft, müssen erhöhte, kulturelle Impulse erfahren, um nicht einseitig im Wirtschafts- und Erwerbsdenken zu verkümmern. Neben Theater, Konzerten und Vorträgen gab die...
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T. Diez Hegaumuseum Singen Mit dem Bau der Eisenbahn entwickeke sich die Industrie. Sie schloß nicht an alte, größere Siedlungen an. Sie folgte ihren eigenen Wachstumsgesetzen. So kam es, daß Singen sehr rasch aus einem einfachen Hegaudorf das Industriezentrum des westlichen Bodenseeraumes wurde. Die neuen Siedlungsschwerpunkte, wachstumsbedingt durch die Wirtschaft, müssen erhöhte, kulturelle Impulse erfahren, um nicht einseitig im Wirtschafts- und Erwerbsdenken zu verkümmern. Neben Theater, Konzerten und Vorträgen gab die Niederlassung bedeutender Künstler in der nahen Höri durch den Kontakt mit ihrem Schaffen der Stadt Singen einen erfreulichen kulturellen Auftrieb. Es war eine Sternstunde meiner Bürgermeistertätigkeit, als zu Beginn der fünfziger Jahre Apotheker Funk und Hauptkonservator Eckerle bei einem Besuch, ohne ein Wort zu sagen, ein Paar Goldfibeln auf meinen Schreibtisch legten. „Ja, wo gibt es so großartige Dinge?" Die Antwort: „In unserem Museum". Auf dem Speicher eines städtischen Bürogebäudes lagerte eine Fülle von Fundstücken aus verschiedensten ur- und frühgeschichthchen Perioden. Bei diesem Besuch wurde mir gegenwärtig, welchen Reichtum Apotheker Funk in Singen und der näheren Umgebung geborgen, gesammelt und mit viel Geschick der Stadt erhalten hatte. Einer der wenigen historischen Bauten, das Enzenberg'sche Schloß, bot Räume, allen zugänglich, die Sammlung aufzubauen. Das Museum wurde am 3. Mai 1951 eröffnet. Aus diesem Anlaß wurde Apotheker Funk Ehrenbürger der Stadt Singen. Die Singener waren stolz auf ihr Museum. Deshalb erkannten sie auch, daß es wichtig ist, bekannte Fundstätten zu sichern. Ohne Einspruch konnten diese zu Grabungsschutzgebieten erklärt werden. Umfangreiche Grabungen förderten so viel Neues, daß das Museum schon 1960 in wesentlich erweiterter Form neu eröffnet werden konnte. Es birgt heute in fast lückenloser Folge Funde von der Altsteinzeit bis in die alamannische Zeit. Das Ansehen und die Geschlossenheit dieser Sammlung veranlaßten Paul Weber aus Bodman, der Stadt die bisher größte, wohlgeordnete mesolithische Sammlung zu schenken. In einem zentralen Landesmuseum könnten die Gegenstände von Singen nicht in dieser Vollständigkeit ausgestellt werden. Auch in Singen leisten sie dem Forscher die Möglichkeit zu spezialisierten Studien. Er kann dabei unmittelbare Kenntnisse der Fundorte gewinnen, die dann auch zuverlässigere Schlüsse über die Siedlungsverhältnisse der Frühzeit zulassen. Ohne den Stolz der Bürger auf das eigene Museum wäre es kaum möglich gewesen, schon so frühzeitig die Zustimmung des Kreistages zur Bestellung eines Kreisarchäologen zu erhalten. Das gab Impulse in das ganze Land hinein. Es wird so auch leichter sein, ehrenamtliche Helfer zu gewinnen. Dieser Stolz wird auch manchen Bürger leichter bewegen, eine eigene Sammlung dem eigenen Museum zu vermachen. Die dezentralisierten Museen bieten gute Möglichkeiten für Sonderausstellungen, wie dies mit den Mauenheimer Funden 1963, denen der Ausgrabungen Reichenau „Ochsenbergle" 1967 und 1969 mit den großartigen Stücken vom Kaiserstuhl möglich war. Durch Leihgaben aus Grabungen in der weiteren Umgebung von Singen könnte hier eine geschlossene Schau von Funden aus dem ur- und frühgeschichtlichen Raum der westlichen Bodenseesenke geboten werden.

Termékadatok

Cím: Archäologische Nachrichten aus Baden 1982/Heft 28 [antikvár]
Szerző: G. Fingerlin , R. Dehn T. Diez
Kiadó: Förderkreis für die ur- und frühgeschichtliche Forschung
Kötés: Tűzött kötés
Méret: 170 mm x 240 mm
G. Fingerlin művei
R. Dehn művei
T. Diez művei
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