Bővebb ismertető
H.P. Kraft
Der Kraichgau, ein fundarmes Gebiet?
Feldbegehungen als vorbeugende Maßnahme der Bodendenkmalpflege
Der Kraichgau ist, was die Zahl der bekannt gewordenen archäologischen Funde angeht, in der Vergangenheit im Vergleich zu dem Mittelneckargebiet oder dem Neckarmündungsgebiet deutlich zurückgetreten. Diese Tatsache war umso erstaunlicher, als seine Siedlungsbedingungen geradezu als ideal zu bezeichnen sind: Fruchtbare Lößböden werden ergänzt durch ein mildes Klima, das dem der Oberrheinebene ähnlich ist; hinzu kommen zahlreiche Quellen und Wasseriäufe. Den erstaunlichen Tatbestand einer relativen Fundarmut hat A. Dauber, seinerzeit Leiter der Abteilung Bodendenkmalpflege des Landesdenkmalamtes in Karlsruhe, in der Kreisbeschreibung Heidelberg/Mannheim dargelegt und bezweifelt, daß hier ein wahres Spiegelbild der vor- und frühgeschichtlichen Besiedlung vorliege. Der Verfasser hat Ende der 60er Jahre im Rahmen einer Dissertation Herrn Uhrmachermeister H. Jäger in Bretten kennengelernt, der in der näheren Umgebung Brettens zahlreiche vor- und frühgeschichdiche Fundstellen durch Oberflächenbeobachtungen entdeckt hatte. Besonders ein großes zusammenhängendes Siedlungsgelände im landwirtschaftlich genutzten Gebiet zwischen Bretten und Knittlingen lieferte beachtliche Fundmengen an Keramik und Werkzeugbruchstücken. Da auch auf den Äckern schwarze Flecken auftraten, in denen sich die Funde häuften, wurde vom Landesdenkmalamt in den Jahren 1971/72 der Auftrag für zwei Probegrabungen erteilt, die unter Leitung von Herrn Dr Eckerle (Badisches Landesmuseum Karisruhe) und des Verfassers stattfanden. Es wurde an zwei verschiedenen Stellen des
Abb. 1: Blick vom Ostufer eines Bachtälchens im Kraichgau auf das Westufer. Deutlich ist am Hang des Ostufers der lockere Bestand an Bäumen zu erkennen, während das Westufer völlig baumlos ist und intensiver landwirtschaftlicher Bearbeitung unterliegt. Foto: Dr. Winter