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Belgrad, 11. Juni 1903IM KAFFEE TAKOVO" ZU BELGRAD PACKEN DIE Zigeuner die Instrumente ein, gähnend wartet der Kellner, bis die letzten Gäste, ein paar mürrisch vor sich hinblickende Offiziere, zahlen. Der lange, hagere Ingenieurleutnant MilutinLazarevic sitzt in seinem hochgeschlossenen schwarzen Gummimantel wie eine Fahne im Futteral zwischen seinen blanken Kameraden, winkt den Kellner heran und fragt, was denn los sei, daß man heute schon Schluß mache. Der Kellner wischt mit seiner Serviette den Tisch ab und zuckt die Achsel: Das Sängerfest, Euer Hoch-wohlgeboren. Alles ist müde und schläfrig. So ein Fest macht Arbeit." Vom Hafen herauf tönt das langgezogene Heulen einer Dampfersirene. Eben fahren die letzten Festgäste hinüber nach Semlin." Die Offiziere stehen auf und beschließen, hinüber ins Kaffee Bulevar" zu gehen, drüben sei noch Musik. Sie nehmen den langen Ingenieurleutnant im schwarzen Gummimantel in ihre Mitte: Achtung, Milutin", warnen sie ihn, da sind Stufen." Lazarevic geht steif wie ein Besenstiel und hebt die Füße wie ein Blinder. Nach ein paar Schritten bleiben die Offiziere stehen und lauschen. Aus dem Garten des Konaks herüber schallt schmetternde Blechmusik, die Gardekapelle spielt An der schönen blauen Donau".Ein langes Abendkonzert", meint ein Offizier, die werden heute gut schlafen."9