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VORWORT ZUR ZWEITEN AUFLAGEAm 15. November 1914 hat Rudolf Louis, der Verfasser des vorliegenden Buches, das Zeitliche gesegnet.!Einem tätigen Leben wurde mit seinem Tode das Ziel gesetzt, einem Leben, das schon viel an fruchtbarer Arbeit getan hatte und noch viel für die Zukunft verhiess. Es ist der Ausfluss eines natürlichen Gefühles beim Tode Frühvollendeter und auch Rudolf Louis darf man mit seinen 44 Jahren gewiss um so mehr zu diesen rechnen, als er sich in seinen Anschauungen und Empfindungen die volle Frische, die stets bereite Aufnahmefähigkeit eines jungen Menschen bewahrt hatte nach dem zu fragen, was alles sie noch hervorzubringen imstande gewesen sein möchten, wenn ihnen die Vorsehung ein längeres Leben beschieden hätte. Aber so natürlich Betrachtungen darüber erscheinen, so müssig sind sie. Wir wollen sie bei Rudolf Louis nicht anstellen, brauchen es auch schon deshalb nicht zu tun, weil von den beiden Hauptzügen seiner Tätigkeit, der des Theoretikers und Erziehers und der des Historikers und Aesthetikers, vollwertige Zeugnisse in Gestalt von Büchern vorliegen, worin die Ergebnisse seiner praktischen Arbeit eines musikalischen und philosophischen Denkers festgelegt sind.Ein hervorstechender Zug bei ihm war es, dass er sich in seiner Erkenntnis der Kunst und der Künstler nicht