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EinführungAls Cristoforo Colombo am 12. Oktober 1492 auf der Bahamas-Insel San Salvador anlegte, glaubte er einen neuen Seeweg nach Indien gefunden zu haben. Erst Jahrzehnte später wußte man, daß ihm versehentlich weit Größeres gelungen war, als erhofft, die Entdeckung eines bis dahin unbekannten Großkontinents, eines überreichen Erdteiles, einer Neuen Welt", deren bald einsetzende Eroberung und stürmische Entwidmung für den Rest des zweiten Jahrtausends nach Christus eminente Bedeutung in politischer, kultureller und technologischer Hinsicht für fast alle Völker der Erde bekommen sollte.Obwohl Kolumbus das eigentliche Nordamerika nie gesehen hat, muß er doch als dessen wahrer Entdecker angesehen werden; denn nur seine in damaliger Zeit als genial anzusehende Idee, sein beharrliches Durchsetzungsvermögen und die entbehrungsreichen vier See-Expeditionen erbrachten die Voraussetzungen ideeller und materieller Art, die eine weitere Erkundung der neugewonnenen Horizonte ermöglichten.Nachdem der Spanier Ponce de Leon 1513 seinen Fuß auf Florida setzte, wurde schon 1565 der Kolonisations-Brückenkopf St. Augustin, die heute älteste Stadt der USA, gegründet, und damit ein Markstein gesetzt für eine seit Jahrhunderten anhaltende Völkenwanderung aus Europa, ausgelöst und getragen von fabulösen Verheißungen. Die Vorstellung unermeßlichen Reichtums aus fruchtbarem, herrenlosem Land, von sagenumwobenen Schätzen der Urbevölkerung und des Bodens, sowie der Erfüllung eines Generationen-Traumes, Freiheit und Unabhängigkeit von der Enge und politischen Drangsal Europas zu erlangen, ließ Hunderttausende den Absprung von der Alten Welt hoffnungsvoll wagen.Diese Entscheidungsbereitschaft zum persönlichen Risiko um des möglichen Erfolges willen ist bis heute vordergründiges Kennzeichen der Amerikaner geblieben; Mut zum Ungewöhnlichen und Unabhängigkeitsstreben prägen den Natio-naloharakter dieser Schmelztiegel-Nation.Aber noch jetzt, über vierhundert Jahre nach dem initialen Aufbruch, begegnet der Reisende in Nordamerika auf Schritt und Tritt europäischem Traditionsdenken, überlieferten Bräuchen und Formen, die hier längst verblaßt sind, ja antikklassischem Kulturbewußtsein und Denkschemen. Das gegenseitige Aufeinanderangewiesensein der Einwanderer förderte tolerantes Sichbegegnen, erforderte den gemeinsamen Einsatz der Kräfte und Fähigkeiten, und mündete bald in eine noch heute selbstverständliche Hilfsbereitschaft und Gastlichkeit, deren jeder Fremde zunächst bedurfte.Auch das Christentum, in Europa längst zerstritten und in seiner von der originären Idee weitabweichenden Praktizierung durch Machtpolitik fragwürdig geworden, gewann unter den zu dogmenfreiem Gemeinsinn gezwungenen Pionieren und Siedlern neue, verjüngende Dimensionen, geprägt durch Liberalität der Auslegung und gläubig-hoffende Realisierung.Als am 4. Juli 1776 die Kolonisationskriege der Spanier, Franzosen und Engländer durch die Unabhängigkeits-Erklärung abgeschlossen wurden, konnte sich endlich ein eigenständiges Nationalgefühl entwickeln, das bis heute dem der europäischen Völker keineswegs nachsteht.Der Stolz auf die unter großen Opfern errungene neue Heimat, den erfolgreichen Unabhängigkeitskampf der Väter, dielegalisierten Individualrechte, aber auch auf den Reichtum und die Schönheiten des Landes, prägte sich im Selbstbewußtsein der Bürger ebenso stark aus, wie auch die Sorge um den Erhalt des neugewonnenen Lebensinhaltes, der sich im wesentlichen ableitet aus den natürlichen Reichtümern des großen Landes.So ist es nicht verwunderlich, daß aus so gewachsenen Gefühlen der Ehrfurcht und Dankbarkeit gegenüber der Fruchtbarkeit des Bodens schon bei den ersten Anzeichen einer Bedrohung der Landschaft durch kommerziellen Übergriff und industrielle Ausbeutung sich naturschützerische Bestrebungen frühzeitig profilierten. Bereits in der Mitte des 19. Jahrhunderts, als in Europa noch niemand daran dachte, Naturschönheiten um ihrer selbst willen der Nachwelt zu erhalten, bildeten sich in den USA engagierte Bürgergruppen und Interessengemeinschaften, um politischen Einfluß zu gewinnen, der einzig auf den Erhalt nationaler Natur-Monumente gerichtet war. Wohlhabende Farmer, reiche Industrielle und engagierte Naturwissenschaftler machten mit hartnäckiger Entschlossenheit und Kenntnisreichtum bei ihren Gouverneuren und im Senat in Washington klar, daß entsprechend dem Verfassungsauftrag die vom Einzelinteresse bedrohten Naturwunder der Nation für die Allgemeinheit zu erhalten seien.Schon 1832 gelang es durch Bundesgesetz, ein Gebiet von 47 heißen Quellen in Arkansas zur Reservation zu erklären, woraus der spätere Hot Springs N.P. entstand. Der erste Na-tionai-Park der USA, der Yellowstone N.P., bis heute zugleich der größte und mit seinen über 3000 Geysiren und heißen Quellen sicher einer der eindrucksvollsten, wurde schließlich/m Jahre 1872 gegründet. Es folgten in immerdich-ter werdendem zeitlichen Abstand 1890 Sequoia und Kings Canyon N.P. zum Schutze der großen Mammutbäume, 1902 Crater Lake N.P , größte Vulkan-Caldera der Erde, dann Mt, RainierN.P., Devils Tower N.M. und bis heute 30 weitere National Parks, zahlreiche National Monuments, historische Areale und riesige naturgeschützte Erholungsgebiete in Staatsforsten, an Seen und Meeresküsten, in gletscherreichem Hochgebirge und in Wüstenregionen.