Bővebb ismertető
Die Denkmale altrussischer Baukunst gehörcn zu den hervorragenden Leistungen der Weltkultur. Sie bilden eine Traditionskette, an der die Geschichte und die Wesenszüge des russischen Volkes sinnfállig werden, die aber auch als Bestandteil des humanistischen Erbes der Menschheit lebendig und schöpferisch in unserem BewuBtsein fortwirken muB. Unter ihrer Faszination entstand das vorliegendc Buch, das von mir schon wáhrend der ersten groBen, von sowjetischen Dienststellen unterstützten Studienreise durch die Russische und die Ukrainische Sowjetrepublik 1959 im UmriB konzipiert wurde. Diese Reise galt der Vorbereitung des Ikonenbandes von K.Onasch. In der Reihe «Altrussische Kunstdenkmáler» den Band über die Baukunst möglichst bald folgen zu lassen war von vornherein geplant. Bald stellten sich aber zwei Schwierigkeiten heraus: Das Bildmaterial muBte der Quantitát nach umfangreicher, der Thematik nach vielfáltiger und der Qualitát nach attraktiver sein als das von der ersten Reise vorliegende, und die wissenschaftliche Genauigkeit der bauhistorischen und bautechnischen Einzeluntersuchungen konnte nur in Gemeinschaftsarbeit mit einem sowjetischen Fachkollegen gewáhrleistet werden. In der Kunstwissenschaft wird sich wie in der Naturwissenschaft und Technik das kollektive Arbeitsprinzip mehr und mehr durchsetzen. Zudem gehört es zu den Unarten einiger Kunsthistoriker, sich Urteile auf Gebieten anzumaBen, in denen sie schon von der Kenntnis des Materials und der sprachlichen und kulturellen Zusammenhánge her nicht zu Hause sein können. Das ist in der Kunstgeschichtsschreibung besonders bei der altrussischen Kunst der Fali gewesen, die aus Voreingenommenheit oder Unkenntnis früher oft ignoriert oder abgewertet wurde. Ohne Zweifel gibt es hier einen Nachholebedarf, der eine Verpflichtung bedeutet. Als Konsequenzen ergaben sich eine Überarbeitung und Prázisierung der Konzeption und in diesem Zusammenhang neue Verhandlungen mit der Abteilung Museen und Denkmalpflege des Ministeriums für Kultur der UdSSR. Ich bin den leitenden Mitarbeitern des Ministeriums, besonders dem stellvertretenden Minister W. J. Popow und dem Hauptabteilungsleiter A. G. Chalturin, dankbar, daB sie das Programm für das Buch, für die Bildfolge und für die damit verbundene zweite groBe Studien- und Aufnahmereise akzeptiert und unterstützt habén. Gerade in den letzten Jahren ist in der Sowjetunion durch die Architektur-Museen, Restaurierungsarbeiten, Publikationen, wissenschaftlichen Kongresse, den Besuch von Touristen aus aller Welt und nicht zuletzt durch die Tátigkeit der Gesellschaft für Denkmalpflege das öffentliche, allgemeine Interesse an den denkmalwürdigen Bauten der Vergangenheit enorm gewachsen. Das Ministerium für Kultur vermittelte den Kontakt zu dem Ersten Stellvertreter des Vorsitzenden des Zentralrats der Allrussischen Gesellschaft für Denkmalpflege, W. N. Iwanow, der zugleich Vizeprásident des Exekutiv-Komitees des ICOMOS ist. In gemeinsamer Arbeit entstand der Text des wissenschaftlichen Anhangs, dankenswert beraten und unterstützt durch Frau M. W. Fechner (Moskau), Frau E. S. Owtschinikowa (Moskau), P. A. Teltewski (Moskau) und D.Dolgner (Weimar), der auch das Manuskript von W. N. Iwanow ins Deutsche übersetzte und an der Zusammenstellung des Literaturverzeichnisses mitwirkte. Hinweise und Anregungen verdanke ich auch K. Onasch (Halle), H.-D.Döpmann (Berlin), meinem Lektor G. Rostin und dem künstlerischen Gestalter des Buchs, J. Kölbel. Für die Aufnahmen konnte der namhafte Kunstfotograf K. G. Beyer (Weimar) gewonnen werden. Uns beide führte die Reise im Frtihjahr und Frühsommer 1969 in die Gebiete von Kiew, Tschernigow, Wladimir, Susdal, Jurjew-Polski, Nowgorod, Pskow, Moskau, Rostow, Jaroslawl, Petrosawodsk. Der Begleiter aus dem Ministerium, W.Jegorow, hat sich sachkundig und tatkráftig für uns eingesetzt; Intourist, Moskau, hat die Reise gut organisiert.