Bővebb ismertető
Einleitung
Seit im 16. Jahrhundert der Seeweg nach Ostasien ent-
deckt wurde, fand die japanische Kunst in Europa drei
Mal Anerkennung und Nachahmung: zuerst im Zeitalter
des Barock, als prächtige japanische Prozellane und
Lackmöbel fürstliche Kabinette schmückten; sodann im
späten 19. Jahrhundert, als japanische Farbholzschnitte
und Schöpfungen des Kunsthandwerks einen Weg zur
Überwindung des Historismus zeigten, und schließlich in
unserer Zeit, wo insbesondere die japanische Teekeramik
auf die Töpferkunst einen spürbaren Einfluß ausübt.
Die japanischen Bestände der Dresdener Porzellan-
sammlung wurden hauptsächlich in der ersten dieser drei
Perioden erworben. Sie sind — etwa tausend Stück um-
fassend — somit nicht nur die größten außerhalb ihres
Herstellungslandes, sondern darüber hinaus durch ihre
weit zurück gesicherte Provenienz insbesondere für die
Forschung von hoher Bedeutsamkeit. Gleich anderen
Dresdener Museen gibt sich die Porzellansammlung als
Gründung des 18. Jahrhunderts insofern zu erkennen, als
auch sie widerspiegelt, was damalige Sammler bevor-
zugten und was sie entweder nicht kannten oder nicht
anerkannten. Von den Erzeugnissen der damals noch
jungen japanischen Porzellanindustrie sind hauptsächlich
jene vorzüglich repräsentiert, welche die Holländische
Ostindische Companie in Nagasaki kaufte, also jene der
Privatmanufakturen in der Stadt Arita. Deshalb fehlen die
frühen Produkte mit Blaumalerei im koreanischen Stil, die
noch vor dem Zuständekommen eines nennenswerten
Porzellanhandels fabriziert wurden und überdies dem
damaligen europäischen Geschmack nicht entsprochen
hätten. Ebenso fehlen Porzellane fürsdicher Privat-
werkstätten, die nicht verkauft werden durften, und jene
aus Kutani im mittleren Japan, welche im Südwesten des
Inselreiches anscheinend unbekannt waren.
Unter diesen Voraussetzungen möchte das vorliegende
Buch betrachtet werden: Es versucht nicht, einen Über-
blick über die Geschichte des japanischen Porzellans vom
Anfang bis zur Gegenwart zu bieten. Vielmehr will es die
— jedenfalls außerhalb Japans — bedeutendste Sammlung
von altem Arita-Porzellan erstmals in größerem Umfang
veröffendichen und daneben auf den Einfluß hinweisen,
den das «weiße Gold» Nippons bereits im 18. Jahr-
hundert auf die europäische Porzellangestaltung aus-
übte.