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ALTCHINESISCHE TUSCHMALEREI
Die großartige Tradition der altchinesischen Tuschmalerei reicht über mehr als zwei Jahrtausende. Seit dem Bekanntwerden der auf Seide gemalten dekorativen Darstellungen in Europa übten sie durch den kultivierten Reiz und das exotische Geheimnis ihrer Erscheinung stets eine starke Anziehung aus.
Die Technik der chinesischen Tuschmalerei ist dieselbe wie die der Kalligraphie. Als wichtigstes Gerät diente der Pinsel (maobi). Es gab zahlreiche Sorten: grobe, feine, starke, und weiche. Kein Strich konnte verbessert werden, daher war die Folge der „Cun"-Striche in Landschaftsbildern anders als die Anfärbung in übereinander aufgetragenen Schichten. Darin hegt zugleich aber ihre Kraft und der Genuß, den sie bereitet.
Bei der Anwendung der Tusche und verschiedener Farbstoffe mußte der Künstler besonders auf die Methode des Reibens und der Farbzusammensetzung achten. Beim Malen konnten durch die Reihenfolge der Pinselstriche, die Stärke der Malkraft, die Zusammensetzung von Wasser und Farben, die Mischung der Farben untereinander und die Berührung des Pinsels mit dem Papier oder der Seide verschiedene Wirkungen von Farbglanz und Stimmung entstehen. Daher war bei der Herstellung von Papier, Seide, Farbstoff und Pinsel sowie bei der Bearbeitung von Papier, Seide und Farbstoff während des Malens eine besondere Technik notwendig, z.B. mußte das Papier erst mit Wasser angefeuchtet und die Seide zunächst mit Alaun bestrichen werden, beim Mischen der Farben mußte ein geeignetes Wasser verwendet werden.
Die wichtigen Farbstoffe der altchinesischen Malerei sind Kupferblau (Shiqing), Malachit (Shilü), Zinnoberrot (Zhusha), Vermillon (Yinzhu), Korallenpulver (Shanhu-mo), Operment (Xionghuang), Steingelb (Shihuang), Milchgold (Rujin), Gummigutt (Tenghuang), Indigoblau (Dianhua), Roteisenstein (Zheshi) u. a. Alle diese Farben verlangen eine sorgfältige Zubereitung. Um die Licht- und Schattenseite eines Baumes oder die tiefen und erhabenen Stellen eines Steines hervorzuheben, konnte für die dunklen, tieferen Stellen allen Farben schwarze Tusche hinzugefügt werden. Dann hoben sich die Schichten eines Bildes deutlich voneinander ab, und es traten fern und nah, vorn und hinten hervor.
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