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GELEITWORT
Von genauen Kennern der gegenwältigen indischen Veihältnisse wissen wir, daß sich das typische Alltagsleben des indischen Subkontinents bis heute mehr auf dem indischen Doif als andeiswo abspielt. Im indischen Dorf prallen die Gegensätze zwischen Tradition (Göttei- und Wunderglaube, soziale Zustände) und modernem Leben (Aufgeschlossenheit für den Foitschiitt) besonders hart und unmittelbar aufeinander. Das endgültige Ergebnis dei zukünftigen EntwicMung Indiens im Zeichen des Fieigewoidenseins von fremder Vorheiisdiaft wird davon abhängen, wie die von außen geschenkte Freiheit im indischen Dorf von innen her realisiert werden kann.
In Bhattatscharya stellen wir Ihnen einen nicht nur in Indien selbst, sondern auch schon in der gesamten angelsächsischen Welt sehr angesehenen Dichter vor, der dieses für Indien so lebenswichtige Problem in den Mittelpunkt seines Romans „ALLE WARTEN AUF DAS WUNDER" gerückt hat, des ersten Romans von ihm, der in deutscher Übersetzung erscheint. Wir freuen uns, Ihnen dieses Werk, das mit Recht einer „der schönsten Romane des Jahres" (1962) genannt worden ist, vermitteln zu können, denn der Dichter zeigt uns in seinem mit hoher Kunst erzählten epischen Bericht ein wesentliches Stück indischer Wirklidikeit lebendiger, eindrucksvoller, als es eine Reiseschilderung je zu tun vermöchte. Das Leben in dem Dorf Sonamitti, irgendwo in Indien, erscheint uns als Spiegel des unruhigen indischen Lebens, wie es sich darbot unmittelbar vor und in Erwartung der Befreiung (1947), wobei der symbolhafte Charakter der darin dargestellten wirklichen Vorgänge in die Augen springt. Die Erzählung, getragen von einem
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„Heeeh! Bleib mit deinen vermaledeiten Füßen vom Brunnen weg!" rief Laksdimi, als sie aus dem Kuhstall schaute und ihren Sohn Nago erblickte, wie der einen rot-grünen Drachen steigen ließ und, drei Fuß hoch, die Haspel fest in den Händen, die Augen zum Himmel gerichtet, über den sonnenbeschienenen Hof hüpfte. „Kato-o-oh!" ertönte herausfordernd seine schrille Stimme. „Uberhol den gelbsdiwänzigen Kerl, Kato-o-oh!"
Sie lächelte in sich hinein, halb mißbilligend, und nahm dann, ehe sie sich umwandte, wieder den Ausdruck traurigen Ernstes an, um den erregten, angriffslustigen Zungen ihrer Besucherinnen zu begegnen, fünf jungen Frauen aus dem Dorf, die — eine starre, zornige Gruppe — auf der Bodenmatte saßen. Ihre von Sorgen erfüllten Augen glitten über soviel Verdrießlichkeit, die Verständnis brauchte und Mitgefühl suchte.
„Was kann eine Frau tun? Welche Macht hat sie gegenüber dem König des Hauses? Sagt es mir, Schwestern." Keine bemitleidete sie. Kein Antlitz wurde weich. „Füge den Saft bitterer Blätter in den zum Kneten bestimmten Teig seines Brotes", kam ein spitzer Vorschlag. „Salze seine Schale Milch", folgte ein anderer. „Gib dem König deines Hauses einen Tag nichts zu essen — und dann wieder."
„Denk dir hundert Arten aus, um ihm das Leben sauer zu machen, laß ihn stöhnend zur Mutter der Barmherzigkeit beten."
Die jüngste der Kampfgruppe, Mira, sagte: „Tu TsdiiiZiepulver in sein Badeöl. Er wird sich mit dem öl seine Glieder einreiben,