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erstes kapitel
Von Stambul nach Haarlem Das umstrittene Verdienst des Gesandten Busbeck Ein unentbehrliches Vorwort
Der flandrische Gesandte Busbeck hat sicher nicht geahnt, welch abenteuerliche Folgen jene Knollen und Samenkerne nach sich ziehen sollten, die er von einer seiner Reisen in die Nieder= lande brachte.
Noch hundert Jahre nach ihm haben die ehrenwerten Bürger seiner Heimat ihn oft verwünscht, obwohl sie wußten, daß er schuldlos war. Die andern, die zwar gleichfalls Bürger, aber nicht besonders ehrenwert gewesen, hätten Busbeck hoch ge= priesen; aber ihnen war er imbekannt. Das waren jene, die von den Früchten lebten, die er pflanzte. Sie lebten gut und üppig. Sie verdienten und wurden reich in einer Weise, wie es andere Zeiten nur höchst selten möglich machten.
Denn der Gesandte Busbeck, von Ferdinand I. ans Goldene Horn geschickt und nach historischen Belegen Augerius Ghis= lenius Busbequius genannt, hat nicht nur seinen Kaiser gut vertreten. Er war bemüht, wie es Gesandten stets obliegen sollte, die Seltsamkeiten seines Wirkungsfeldes dem eigenen Land vertraut zu machen und ihm zu vermitteln, was in seinen Augen nützlich war.
In dieser Absicht hat er die Samen und Zwiebelknollen einer Blume, die man »Dulbend« nannte und die auf hohem, schlan= kern Stengel mit großen Kelchen herrlich blühte, im wahrsten Sinne des Wortes eingeführt.
Aus dieser Dulbend wurde unsere Tulpe.
Sie war im Abendland noch unbekannt gewesen, obwohl im Wiener Hofmuseum ein Bild zu sehen ist, das tulpenhafte Blumen zeigt und das der Italiener Carpaccio allerdings zu