Liebe Leserin, lieber Leser,ein turbulentes Jahr 2009 liegt hinter der euro-päischen Campingbranche. Dramatische Ab-satzrückgänge bei den Herstellern von Freizeit-fahrzeugen prägten noch das erste Halbjahr, bissich dann langsam eine Art Bodenbildung imMarkt abzeichnete, die nun wieder Anlass zueinem sehr vorsichtigen Optimismus gibt. Dochganz anders die Situation auf den Campingplät-zen. Viele europäische Zielgebiete verzeichne-ten Rekordergebnisse, die kaum jemand erwar-tet hatte. Schon gar nicht im Jahr eins derglobalen...
Liebe Leserin, lieber Leser,ein turbulentes Jahr 2009 liegt hinter der euro-päischen Campingbranche. Dramatische Ab-satzrückgänge bei den Herstellern von Freizeit-fahrzeugen prägten noch das erste Halbjahr, bissich dann langsam eine Art Bodenbildung imMarkt abzeichnete, die nun wieder Anlass zueinem sehr vorsichtigen Optimismus gibt. Dochganz anders die Situation auf den Campingplät-zen. Viele europäische Zielgebiete verzeichne-ten Rekordergebnisse, die kaum jemand erwar-tet hatte. Schon gar nicht im Jahr eins derglobalen Wirtschaftskrise. Aber nicht nur diereinen Übernachtungszahlen belegen die unge-brochene Attraktivität und Krisenresistenz derUrlaubsform Camping. Auffälliger noch ist diemediale Aufmerksamkeit, die dem Urlaub inCaravan, Wohnmobil und Zelt seit einiger Zeitzuteil wird. Viele Journalisten haben Campinggerade unter den Vorzeichen schwieriger wirt-schaftlicher Rahmenbedingungen als vermeint-lich billige Alternative zur Pauschalreise wieder-entdeckt und ausgiebig über eine Renaissancedes Campings" berichtet. Camping sei wiederin", so lautete die einhellige Botschaft. Jetztkönnen wir uns als Camper also endlich darüberfreuen, richtig im Trend zu liegen und mit unse-rem Hobby nicht nur im gesellschaftlichen Be-wusstsein angekommen zu sein, sondern sogarzu den Protagonisten eines neuen Lifestyles fürarme Klassen und klamme Kassen erklärt zuwerden. Aber stimmt das alles so? Nun, bei ge-nauem Hinsehen ist der aktuelle Tenor der Be-richterstattung über Camping vielfach nur dieKehrseite alter Klischees. Denn dass Campingnicht billig ist, weiß jeder, der einmal mit spit-zem Bleistift ausgerechnet hat, welche Kostenein Mittelklassecaravan jährlich durch Abschrei-bungen, Wartungsarbeiten, Reparaturen, Steu-ern, Versicherungen und Unterstellung verur-sacht. Da kommt schnell ein Betrag zwischen 2.000,- und 3.000,- zusammen. Das ent-spricht etwa dem, was eine vierköpfige Familieim Durchschnitt für eine Pauschalreise innerhalbEuropas ausgibt. Nur: Der Camper ist für diesenBetrag noch keinen einzigen Kilometer gefah-ren und hat noch keine einzige Übernachtungauf einem Campingplatz beglichen. Für Wohn-mobilisten ist der Einstandspreis für den Cam-pingtourismus noch ein gutes Stück höher. Wertatsächlich sparen wollte, der müsste schonzum Zelt greifen, und zwar zu einem, das beimDiscounter anlässlich einer Themenwoche Cam-ping zum Aktionspreis zu haben ist. Aber selbstfür das Zelten, das übrigens in den letzten Jah-ren als einzige Campingart eine echte Renais-sance erlebt hat, ist das eigentliche Motiv nichtim Sparzwang zu finden. Unvergleichliche Na-turnähe, ein Hauch Romantik und der genialeMinimalismus eines Konstruktionsprinzips, dases ermöglicht, binnen Minuten aus wenigenKilo Gewebe und Gestänge eine Behausung aufZeit zu errichten - das dürften viel eher die Ur-sachen für den wachsenden Zuspruch für dieUrform des Campings sein. Und so verhält essich auch beim Camping ganz allgemein. Diewahren Gründe für den Erfolg dieser Art dermobilen Freizeitgestaltung liegen nicht in Bud-getüberlegungen, sondern in ihren einzigarti-gen, spezifischen Stärken wie Flexibilität undIndividualität. Und in einer Campingplatzszene,die es in den letzten Jahren verstanden hat, sichneu zu positionieren, aktuelle Themen zu beset-zen und sich neuen Zielgruppen zu öffnen.Campingplätze haben sich oft durch erheblicheInvestitionen in hochmoderne Umwelttechnikin ökologische Musterbetriebe verwandelt, dieim Bereich der Hotellerie ihresgleichen suchen.Mit Mietunterkünften ermöglichen sie auchNichtcampern den Zugang zu einer Urlaubs-welt, deren Freizeitwert kaum zu überbieten ist.Kurzum: Europas Campingplätze müssen sichnicht hinter einem möglichst großen Preisschildverstecken, auf dem ein möglichst kleiner Preissteht. Sie sollten allerdings ihren Preis wert sein.Um dieses Preis-Leistungs-Verhältnis abzubil-den, hat der ADAC Camping-Caravaning-Füh-rer zwei Instrumente entwickelt. Zum einen dieADAC-Campingplatz-Klassifikation und zumanderen den ADAC-Vergleichspreis. Durch die-se Gegenüberstellung von Leistungsprofil undKosten entsteht ein verlässlicher Indikator fürdie Preiswürdigkeit eines Campingplatzange-bots. Um Ihnen diese Beurteilung noch weiterzu erleichtern, haben wir den ADAC-Vergleichspreis für die Ausgabe 2010 auf eineneue Basis gestellt. Er ist jetzt ein echter End-preis, der Ihnen auf den ersten Blick eine kom-pakte und realistische Einschätzung des Preis-niveaus eines Campingplatzes erlaubt.Ihre RedaktionADAC Camping-Caravaning-Führer
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