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Donnerstag, ii. Mai
Sandra Moser blieb in der geräumigen Eingangsdiele ihres Hauses stehen, ein Gummiband im Mund, hob die Arme zum Nacken und faßte ihr blondes Haar zu einem Pferdeschwanz zusammen. Sie trug ein rosa Trikot über weißen Strumpfhosen. Nachdem sie ihr Haar zusammengerafft hatte, schlang sie das Gummiband mehrmals darum. Dabei lauschte sie auf das Fernsehgerät im Familienwohnraum auf der anderen Seite der Diele, wo ihre Kinder Cassie, acht, und Michael, sechs, zusammen mit dem Hausmädchen Hamburger aßen. Sie hatte sie bereits zum Abschied geküßt und dabei ein routinemäßiges, achtloses «Tschüs» geerntet, wie immer, wenn sie zu ihrem Aerobic-Kurs aufbrach.
Als sie die mit ihrem Monogramm versehene Sporttasche aus dem Garderobenschrank neben der Haustür nahm, fiel ihr Blick auf den Regenschirm ihres Mannes. Er hing an der Schrankwand. Andrew weigerte sich, ihn mitzunehmen, und behauptete, er liege nur im Auto herum und sei ihm dauernd im Weg. Außerdem brauche er ihn einfach nie. Er stellte den Wagen in einem Parkhaus ab und ging durch überdachte Passagen in sein Büro. Sie pflegte ihn an die Anlässe zu erinnern, bei denen er tropfnaß geworden war - das war in den letzten drei Monaten dreimal passiert -, aber er tat diese warnenden Beispiele gewöhnlich als «Ausnahmen» ab. Von Ausnahmen hielt Andrew nichts.
Sie nahm den Regenschirm von der Wand und lehnte ihn an den
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