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„Menschenfresser" an allen Ecken
Es ist ein eigenartiges Gefühl, wenn man eine Insel anfliegt, von der bis vor kurzem wenig mehr bekannt war, als daß ihre Bewohner Kopfjäger waren und sich gegenseitig aufaßen. Viele von ihnen, so las ich in gescheiten Aufsätzen und dicken Büchern, ständen auch heute noch auf der Stufe der Steinzeitmenschen. Sie hüllten sich in Grasblätter, sofern sie überhaupt etwas am Leibe trügen. Sie äßen zwar mittlerweile Fleisch aus Konservendosen, da diese leichter zu beschaffen seien als „frische Menschen", lebten aber nach wie vor auf einsamen Inseln oder in unzugänglichen Tälern des Hochlandes. Und ich erinnere mich auch jener Schlagzeilen, die vor ein paar Jahren durch die Weltpresse geisterten: Der Sohn des amerikanischen Milliardärs Rockefeller fiel Kannibalen auf Neuguinea in die Hände.
Nun, der erste Eindruck kurz nach der Landung in Port Moresby, der Hauptstadt von Papua Neuguinea, war alles andere als kannibalisch. Der Flughafen gleicht dem eines verschlafenen Buschstädtchens: klein und provisorisch. Es war heiß. 32 Grad im Schatten, abends um acht Uhr. „Menschenfresser" standen und hockten an allen Ecken: Ein alter grauhaariger griff nach meiner Reisetasche und ließ sie im Flughafenbus verschwinden, ehe ich händeringend protestieren konnte; ein anderer lenkte den Wagen. Er beherrschte den Straßenverkehr und die Regeln des Linksfahrens! Wir befanden uns in einem Land, das - nach britischen Prinzipien und Gesetzen - von Australien verwaltet wird. Weil unsere Maschine zwölf Stunden Verspätung hatte, reichte die Zeit nicht mehr zum Weiterflug nach Lae. Qantas, die australische Flug-