Bővebb ismertető
VORWORT DES VERFASSERS
Das Gebiet der künstlidi gesdiaffenen Sdiadiaufgaben, der Sdiadikompo-sitionen, iiat in den ersten Jahren nadi Kriegsende gerade audi in Deutsdiland einen mäditigen Aufsdiwung genommen, der in der un-gewöhnlidien Didite erstklassiger Sdiöpfungen überzeugenden Ausdruck findet. Die Fülle des von vielen talentvollen Autoren Gesdiaffenen vollständig zu übersdiauen, ist selbst dem Spezialisten kaum möglidi, zumal es in ungezählten Sdiadizeitsdiriften und -spalten des In- und Auslands verstreut ist. Sdion darum kann der mit diesem Budi gewagte Versudi einer Auslese des nach Meinung des Selektors über den Tag hinaus Wertbeständigen eine lückenlose Sammlung des allgemeingültig und anerkannt Besten nicht erbringen. Darauf kommt es dem Verfasser auch nicht an. Er möchte nur für das Kunstsdiadi werben, das Interesse an diesem noch mit mandiem haltlosen Vorurteil belasteten selbständigen Zweig des Königlichen Spiels wecken und — dazu schien ihm das Beste gerade gut genug — das Verständnis vertiefen für seine Sdiönheiten und Ideengehalte, an denen der Nur-Partiespieler achtlos vorübergeht, ohne zu ahnen, wieviel Freude und geistiger Genuß ihm dadurch entgeht. Am Beispiel versdiiedenartigster Kompositionen von hoher und höchster Qualität soll überdies gezeigt werden, daß die moderne Schachaufgabe ihrem eigentlichen Wesen nach weit mehr ist als ein bloßes Schadirätsel, daß sie durchaus fähig ist, den Rahmen abzugeben für die Gestaltung schachlicher Ideen nach den Voraussetzungen und Grundsätzen, die für jede Art schöpferischer Tätigkeit gelten. Jede der dargebotenen 250 Kompositionen entspricht in hohem Grade dieser Auffassung vom Schachproblem als der künstlerischen Darstellung sdiadilicher Gedanken im Rätselgewand. Sie allein war Richtschnur und Maßstab für die Aufnahme in dieses Buch. Keine wesentliche Rolle spielten hingegen die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Schule oder Kunstrichtung, die Bedeutung für die Theorie oder gar der Name des Autors. Eine gewisse willkürliche Abgrenzung freilidi ließ sidi aus rein praktisdien Gründen leider nicht vermeiden. So wurden nur Kompositionen deutscher Verfasser aus den Jahren 1946—1952 berücksiditigt, und dabei wiederum nur sogenannte orthodoxe Probleme, also spielgerechte Aufgaben mit der Forderung „Matt in . . . Zügen".
Das nach diesen Gesichtspunkten zusammengetragene Material ist nach der Zügezahl in drei Abschnitte gegliedert. Innerhalb dieser bestimmte
der sachlidie Zusammenhang die Anordnung. Es lag nicht im Plan des Verfassers, eine Problemsystematik zu geben oder ein Lehrbuch der Problemkomposition zu schreiben. Die den Lösungen beigegebenen Kommentare können sich daher auf die Erläuterung des wesentlichen Inhalts beschränken und auf Werturteile in der Regel verzichten. An Spezial-ausdrüdcen, die in gewissem Umfang nun einmal nicht zu umgehen sind, wurden nur die wichtigsten und in der Literatur immer wiederkehrenden benutzt. Jeder von ihnen ist an einer passenden Stelle des Buches, die mit Hilfe des angehängten Fachwort-Registers leicht aufzufinden ist, erklärt. Längere theoretische Ausführungen wurden nur dort für nötig erachtet, wo eine von der bisherigen Lehrmeinung abweichende eigene Auffassung begründet werden mußte.
Die gewählte räumliche Anordnung der Stellungsbilder und des Textes nimmt Rücksidit auf den Leser, der erst dann ein Problem riditig genießt, wenn er es selbständig gelöst hat. Andererseits soll sie demjenigen, der die Aufgaben an Hand des entsprechenden Kommentars studieren möchte, das lästige Hin- und Herblättern ersparen; er braudit nur die dazwischenliegenden Seiten senkrecht zu stellen und hat beides nebeneinander — von wenigen umbruchtechnisdi bedingten Ausnahmen abgesehen.
Dem Hauptteil mit seinen 68 Zweizügern, 52 Dreizügern und 130 Mehr-zügern —die Auswahl wurde übrigens bereits Anfang 1953 abgeschlossen — geht ein kurzer Abriß der Entwicklungsgeschichte des deutschen Problemschachs mit weiteren 36 Illustrationsbeispielen voraus. Für manchen wertvollen Hinweis hat der Verfasser seinen Freunden S. Brehmer, J. Breuer und B. Sommer zu danken.
Berlin, im Februar 1954
Herbert Grasemann