Bővebb ismertető
t^ch darf es offen sagen: Mit diesem Buch ging es mir vergleichsweise wie mit Goethes Faust: »Ihr nah't Euch wieder, schwankende Gestalten « Mehr als dreißig Jahre herumgetragener Pläne und Absichten stecken darin, vorbereitende Arbeiten, Notizzettel, Skizzen, Teilnegative und noch ungewisse Vorhaben, die in der Idee steckenblieben. Dazu kam Scheu vor der Bewältigung des verzweigten Stoffes, wie er mir vorschwebte. Er war schwer zu fassen und vor allem kaum sinnfällig zu ordnen. Man übt Zurückhaltung vor einer unübersichtlichen Materie, solange es nicht absehbar ist, an welchem Zipfel sie angepackt werden kann, um zu einer übersichtlichen Ordnung zu kommen. Erst muß das Fundament gegeben sein, von dem aus man sprechen kann, damit es ein anderer versteht. Foto-Grafik - das ist etwas so Umfangreiches, von Laune und Zufall, Idee und Mißerfolg so Abhängiges, wie kaum etwas anderes; und sie ist so vielfältig und abwechslungsreich, voller Möglichkeiten, Pannen und unerwarteter Erfolge, daß es mir in der Tat lange Zeit schier unmöglich schien, ein übersichtliches Ordnungsprinzip in sie hineinzuprojizieren. ich sagte es schon: Bei mir blieb es mehr als dreißig Jahre Absicht und zauderndes Versuchen, die immer wieder nach kurzen Anläufen steckenblieben, und dann wendete ich mich jeweils anderen, leichter übersehbaren Gebieten zu.
Meine Verbissenheit in das Thema ist jedoch nicht erlahmt, sonst wäre dieses Buch nicht zustande gekommen. Jetzt, da es fertig ist, scheint mir eine Last von meinen Schultern genommen - eine Last, die ich mir freilich selbst aufgebürdet hatte. Jahrelang bestand die ungeklärte Frage, wie ich es deutlich und verständlich sagen könnte, und dann, als ich schließlich darauf kam, daß das Thema nur an Hand von Bildern und »Schritt um Schritt« in Phasen zu verdeutlichen ist, wurde die Last noch schlimmer. Meine Leser werden mich verstehen, wenn ich verrate, daß ich manchmal dem Verzagen nahe war; wenn ich bei der Herstellung der Entwicklungsreihen mitunter nicht mehr wußte, was nun das Negativ a) bzw. das nach dem Negativ a) angefertigte Dia b) oder dessen Filmabzug c) war; Pannen und Ausfälle und immer wieder Lücken in den einzelnen Stufen, die im fortlaufenden Arbeitsprozeß im nachhinein gefüllt werden mußten, um die Konsequenz zu erhalten. Man ist gewohnt. Schritt um Schritt vorwärts zu gehen, um ein angestrebtes Ziel zu erreichen, und wer es erreicht hat, blickt auf die »Schritte« nicht zurück. Hier mußte ich aber jeden Schritt zunächst festhalten und wußte meist noch gar nicht, welchen Anteil er am vorhergehenden oder folgenden besaß, um den Weg zum Ziel zeigen zu können. Da gab es Negative