Bővebb ismertető
VORWORT
Vieles von der alten Literatur, die das jagdlidie Sdiießwesen behandelte, ist durch den Krieg und seine Folgen verlorengegangen. Audi die mündliche Überlieferung droht zu versickern, weil den meisten der früheren Fachleute langst Halali geblasen ist. Zudem haben viele Unterlagen aus dem Erfahrungsschatz unserer Großväter nur noch historischen Wert, denn so manche damaligen Erkenntnisse lassen sich auf die gegenwärtigen, gegen früher in vieler Hinsicht veränderten Verhältnisse nicht mehr anwenden.
Dieses Büchlein ist keine Schießfibel und kein Lehrbuch, wie man Schießen und Treffen lernt. Es kann und soll auch das umfangreiche Wissengebiet um den jagdlichen Kugelschuß nicht erschöpfend behandeln. Vielmehr soll es denjenigen Lesern etwas bringen, welche bisher die Lehre von den physikalischen Vorgängen beim Schuß, die Ballistik, als rein theoretische, für die Jagdpraxis absolut entbehrliche Wissenschaft betrachtet haben und von den biologischen Schußwirkungen kaum etwas wußten. Wir bringen in gemeinverständlicher Darstellung nur das, was für erfolgreichen Schuß zu wissen unentbehrlich ist.
Die methanisdien und biologischen Wirkungen beim jagdlichen Büchsenschuß sind, wie vieles in der modernen Technik, kompliziert und zu einem Spezial-wissen geworden. Die alte Faustregel: „kleines Loch = kleine Wirkung, großes Loch = große Wirkung" gilt nicht mehr unbedingt. Die an bestmöglicher Schußwirkung interessierten Jäger müssen in vielem umlernen und haben es schwer, sich dabei ohne fachmännische Anleitung zurechtzufinden. Erst wenn neue Erkenntnisse aufgrund erweiterter eigener Erfahrung in der Praxis ebenso wie im Labor sich vertieft haben und ein hinreichendes Wissen über die wichtigsten Gesichtspunkte in breiten Kreisen der Jägerschaft Eingang gefunden hat, werden z. Z. noch bestehende Lücken in den Erkenntnissen über die Vorbedingungen für bestmögliche Leistung und jagdliche Wirkung des Büchsenschusses genügend überbrückt sein.
Der Kreis derer, die noch als Jagdballistiker in den letzten Jahrzehnten tätig waren, wird stetig kleiner. Um so wichtiger scheint es zu sein, durch jagdlich sachverständige und nicht interessengebundene Veröffentlichungen die Jäger über den heutigen Stand der Jagdballistik und die Erkenntnisse über die Schußwirkung aufzuklären und sie zu beraten, damit das Verständnis für Grundlagen und Zusammenhänge des jagdlichen Schießwesens geweckt und weiterentwickelt wird. Nur so können die Voraussetzungen zu eigener richtiger Urteilsbildung geschaffen werden. Hierbei sind Jungjäger ebenso angesprochen wie diejenigen, welche sie ausbilden. Doch hoffen die Verfasser audi erfahrenen Waidgenossen noch dieses und jenes bringen zu können, das ihnen neu und von Nutzen ist. Der galoppierende technische Fortschritt unserer Zeit steht auch beim jagdlichen Sdiießwesen nidit still. Was während des Krieges und in den ersten Jahren da-nadi zurüdcstehen mußte, hat seit etwa einem Jahrzehnt wieder an Bedeutung gewonnen, selbstredend zunädist einmal im Ausland, überwiegend in den USA,