Bővebb ismertető
Erster Tag Das Ende vom Anfang: Als es an jenem Morgen kurz vor sieben klingelt, kommt Beppos Frau gar nicht erst auf die Idee, daB es der Milchmann sein könnte. Milchmánner hat es in unserer StraBe nie gegeben. Wenn in den Termitenburgen der Via Don Gesualdo überhaupt Milch getrunken wird, schickt man die Kinder mit Krügen und Blechkannen zu Cingolani, in dessen Laden man anschreiben lassen kann, denn die Via Don Gesualdo liegt im rőten Sestri, was ein Industrievorort des rőten Genua ist, bewohnt fast nur von Werftarbeitern, die nie Milch trinken, sondern Rotwein, und zwar Barbera, die Flasche zu 100 Lire. Als es etwa um 6.50 Uhr zweimal nachdrücklich bei uns klingelt, erschrickt alsó Beppos Frau, denn Beppo ist auf Frühsehicht und nietet zu dieser Stunde auf der Ansaldo-Werft Tanker zusammen. Das ist eine Arbeit, zu der viel Életterei auf hohen, sehr schmalen, schlecht gesicherten Gerüsten gehört. DaB sie in diesem Augenblick an die Gerüste denkt, ist klar. Durch die dünne Wand höre ich, wie sie, aufgeregt vor sich hin murmelnd, nach ihrem geblümten Morgenrock sucht, auf neuerliches ungeduldiges Klingeln klagend die heilige Maria anruft und bei alldem derart durcheinandergerát, daB sie schlieBlich kaum noch die Vorlegekette zu lösen und aufzuschlieBen vermag. Als sie es dann doch geschafft hat, dringt kurzes Mánnerstimmengemurmel durch meine Tür und dann ihr erleichtertes: Ach so, den wollt ihr sprechen... Ja, er ist hier. Mir alsó gilt der befremdende Besuch zwischen Nacht und Morgen, und noch ehe ich die Hose fertig zugeknöpft habe, stehen sie schon im Zimmer. Sie sehen aus wie Kleindarsteller aus einem sozialkritischen Krimi von Vittorio de Sica. Nur mit demUnterschied, daB sie ihre Questurini-Rolle nicht spielen, sondern echte Geheime von der Politischen Polizei sind. Das sieht man auf den ersten Blick. Beide klein, dazu dieser Teint, der an überreife Oliven erinnert. Beide stammen sie alsó, wie fast alle Questurini im Norden, aus dem unterentwickelten, stockklerikalen Süden. Vor allém aber die Visagen! Solche Arroganz steht nur zwei Sortén Leuten im Gesicht geschrieben: denMaffiosi und denen, die es dank der Ehrenwerten Gesellschaft zu einem Job beim Innenministerium gebracht habén. Und das sind in diesen Tagén, da der beste Mann der Maffia Mario Scelba heiBt und im Innenministerium régiért, nicht wenige! Aber auch sonst verhalten sich die beiden genau nach Drehbuch. Ihr naÖglánzendes akkurat gescheiteltes Haar verbreitet milden Brillantineduft. Ihre